[House of Night - 01] Gezeichnet

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[House of Night - 01] Gezeichnet

Beitrag von Aiyana am Mi Jul 21, 2010 6:46 pm

Gezeichnet von P.C. Cast und Kirstin Cast


Wertung
Spannung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Handlung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Emotionen Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Sprache Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Welt Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven

Inhalt
Zoey ist eine ganz normale Schülerin, deren größtes Problem die bevorstehende Geometriearbeit ist, als ein Späher der Vampyre in ihrer Highschool auftaucht, sie zeichnet und ihr Leben damit in einem Sekundenbruchteil völlig auf den Kopf stellt.
Während ihr Fast-Exfreund Heath das Ganze zwar zur Kenntnis nimmt, jedoch völlig gelassen bleibt und nur daran denken kann, dass er Zoey wieder ganz für sich haben will, reagiert ihre Mutter alles andere als nett. Anstatt ihrer Tochter eine Mutter zu sein und ihr beizustehen, macht sie ihr Vorwürfe und gibt ihr die Schuld an dieser Misere. Dass es Zoey immer schlechter geht und sie aus diesem Grund so schnell wie möglich in die Obhut der Vampyre muss, ignoriert sie gänzlich und ruft lieber erst einmal ihren Ehemann an. Als Kirchenältester der Gottesfürchtigen ist diese Zeichnung für Zoeys Stiefvater nichts anderes als die Quittung für ihr aufmüpfiges Verhalten und die einzige Möglichkeit, dem Satan den Garaus zu machen, liegt seiner Meinung nach in Gott und einem Therapeuten.
Zoey, der mehr und mehr bewusst wird, dass sie von ihrer Mutter keine Hilfe zu erwarten hat, nimmt die Sache alleine in die Hand und macht sich auf den Weg zu ihrer Großmutter, der Frau, die ihr ganzes Leben immer hinter ihr gestanden hat.
Durch den immer schlechter werdenden Gesundheitszustand Zoeys stürzt sie schwer auf dem Pfad, der sie hinauf zu den Felsklippen führt, wo Grandma Redbird auf das Mädchen wartet. Der Wind trägt eine sanfte Stimme zu ihr und in dem Glauben, es sei ihre Großmutter, die da zu ihr spricht, folgt Zoey den Worten und findet sich bald Nyx, der Göttin der Vamypre, gegenüber, die ihr offenbart, dass Zoeys Schicksal ein ganz besonderes sein wird.
Während die frisch gezeichnete Zoey bei ihrem Sturz das Bewusstsein verloren hat und ihrem Geist vorübergehend gestattet wurde, das Reich der Geister zu besuchen und so auf Nyx zu treffen, bringt Grandma Redbird ihre Enkelin dorthin, wo sie hingehört – ins House of Night. Als Zoey schließlich in der Gegenwart ihrer Großmutter und der Hohepriesterin Neferet aufwacht muss sie feststellen, dass ihr Mal nicht, wie das anderer Jungvampyre, nur ein Umriss eines Halbmondes ist, sondern dass es bereits vollkommen ausgefüllt ist. Diese Tatsache entgeht den anderen Schülern natürlich nicht und während Zoey sich lediglich wünscht, einfach nur ihren Platz zu finden und dazuzugehören, steht sie durch ihre Besonderheit überall im Mittelpunkt.
Von nun an beginnt Zoeys neues Leben und neben dem außergewöhnlichen Stundenplan, auf dem Fächer wie Vampyrsoziologie, Fechten, Reiten und Schauspiel stehen, muss sie sich, genau wie die anderen Jungvampyre auch, an den Gedanken gewöhnen, dass sie die Verwandlung vielleicht nicht schafft und sterben wird. Als wäre das nicht schon Belastung genug, ist Zoey Aphrodite, Anführerin der 'Töchter der Nacht', ein Dorn im Auge und so lässt die schöne Jungvampyrin keine Gelegenheit aus, ihr das Leben schwer zu machen. Als Zoey jedoch erfährt, dass Aphrodite sich nicht gänzlich an die Regeln hält und ihre Macht missbraucht, weiß sie, dass sie dabei nicht einfach zugucken kann und die Lösung für dieses Problem scheint in dem zu liegen, was die Göttin Nyx Zoey mit auf den Weg gegeben hat..


Anmerkung zum Buch
„Gezeichnet“ ist der erste Band der House of Night Reihe und der Feder von P.C. Cast und ihrer Tochter Kristin entsprungen.

Bevor ich mich an dieses Buch gewagt habe, hatte ich, wie viele andere auch, verschiedene Meinungen zu dieser Reihe gehört bzw gelesen. Eein immer wiederkehrender Kritikpunkt war die jugendliche Sprache, in der Mutter und Tochter die Bücher geschrieben haben, da diese in den Augen einiger Leser übertrieben oder gar gestellt wirkte. Ich persönlich lege großen Wert darauf, dass sich ein Buch flüssig und natürlich lesen lässt und deshalb stand ich „Gezeichnet“ nach den Kritiken zunächst etwas skeptisch gegenüber. Wie sich herausstellte, war dies jedoch völlig unbegründet, denn der jugendliche Slang passt sich gut in die Geschichte ein und wirkt im Rahmen der Charaktere natürlich. Sicher, einige Wörter erscheinen zu Beginn ein wenig unglücklich gewählt, aber das liegt wohl weniger daran, dass die Autorinnen zwanghaft versucht haben, einen jugendlichen Stil zu verfolgen, als vielmehr an der Tatsache, dass so ziemlich jede Gegend ihre eigene, ganz spezielle Ausdrucksweise hat und man sich dort als Neuling erst einmal ein wenig eingewöhnen muss. So ist es beispielsweise für einen Kölner zunächst befremdlich, wenn er mit tiefstem Bayrisch konfrontiert wird, oder aber für einen Thüringer gelten Wörter als völlig normal, die in anderen Gegenden unter die Schimpfwörter fallen. So ähnliche sehe ich das auch in „Gezeichnet“. Viele der dort verwendeten Ausdrücke würde ich hier niemals nutzen, aber anderenorts können sie gleichzeitig das Normalste von der Welt sein. Ganz zu schweigen davon, dass fast jeder dann und wann gerne mal mit Wörtern um sich schlägt, ohne direkt zu merken, dass diese vielleicht die Grenze zur guten Kinderstube überschreiten.

Erzählt wird die Geschichte von Zoey, die uns durch die Ich-Perspektive an jedem noch so kleinen Detail teilhaben lässt. Durch sie ärgern wir uns mit ihr zusammen, teilen ihren Schmerz, ihre Wut und auch ihre Liebe und ich finde, dass es den beiden Autorinnen sehr gut gelungen ist, dieses ganze Gefühlschaos, das Entdecken der neuen Umgebung und seinen Platz darin zu finden, authentisch rüberzubringen.

„Gezeichnet“ ist kein Buch mit großem Anspruch, aber das macht auch gar nichts, denn dafür ist es amüsant und unterhaltsam. Durch Zoeys Weg in ein neues Leben lernen wir neben ihr auch weitere Charaktere kennen, die bald einen festen Platz in der Geschichte und auch in unseren Herzen einnehmen. So ist da zum Beispiel Stevie Rae, die durch ihre Natürlichkeit, den eigenwilligen Stil und ihren liebenswerten Akzent besticht. Die „Zwillinge“ Erin und Shaunee, die sich ergänzen wie Pat und Patachon und auch in den heikelsten Situationen immer für einen Lacher sorgen. Damien, der schwule Jungvampyr, der sein Herz am rechten Fleck hat. Aphrodite, ein hübsches Biest, das keine Gelegenheit auslässt, um Zoey den letzten Nerv zu rauben. Heath, der sich weigert aufzugeben und seine Herzdame wieder für sich gewinnen will. Erik, der kluge Jungvampyr, der sowohl eine Begabung für die Schauspielerei hat, als auch der Schwarm jedes Mädchens ist.

Ich bin der Meinung, dass es den Autorinnen gut gelungen ist, Zoeys Gefühle bei all den Ereignissen gut rüberzubringen, doch stört mich die Entwicklung zwischen Zoey und Erik ein wenig. Vielleicht habe ich vergessen, wie es für mich damals war, aber mir ging das alles ein bisschen zu schnell. Während P.C. und Kirstin Cast ihrem Buch ganz besonders durch das Einbringen des Cherokee-Glaubens Tiefe verliehen haben, fehlte gerade in Sachen Liebe ein bisschen davon. Dieser ganze Handlungsstrang wirkte auf mich ein wenig wie „er kam, er sah, er siegte“, und ich persönlich bin der Meinung, dass eine solche rosarote Brille nicht wirklich zu Zoeys Charakter passt. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass sie viele Veränderungen durchlebt und erst einmal Ordnung schaffen muss – ich weiß es nicht und lasse mich da gerne in den Folgebänden überraschen.

Schade fand ich auch, dass die Späher keine weitere Erwähnung gefunden haben. Wir lernen einiges über die Politik der Vampyre, darüber, wie die gesamte Gesellschaft funktioniert und wer wo steht, aber wer diejenigen sind, die die Zeichnung bei den Auserwählten vornehmen, bleibt ein Rätsel.

Einige Ideen, die sich in diesem Buch wiederfinden, sind mit Sicherheit nicht neu, aber durch Ergänzungen, wie zum Beispiel die Art der Verwandlung, wird dem Werk eine persönliche Note verliehen. Einen Wiedererkennungswert bekommt es durch die Zeichnung, mit der jeder Vampyr geschmückt wird. Ich gebe zu, anfangs fand ich diese Idee ein wenig seltsam und fühlte ich mich an Sailor Moon erinnert, aber sobald ich in der Geschichte drin war erschien mir dieser Aspekt völlig normal und ohne sie würde wohl auch das besondere Etwas fehlen.

Die Dunkelheit und das Böse sind nicht immer gleichzusetzen, ebenso wie das Licht nicht immer Gutes verheißt.

Fazit
Vampyre, typisch jugendliche Probleme, Internatsleben, Selbstfindung, Freundschaft und Cherokee-Glauben verbunden in einem Buch – das findet man in „Gezeichnet“. Wer gerne etwas Leichtes liest, das einen dennoch absolut fesselt, zum Lachen bringt und mit natürlichen Charakteren aufwartet, wird mit diesem Buch sicherlich Spaß haben!

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