[Godspeed I] Die Reise beginnt - Beth Revis

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[Godspeed I] Die Reise beginnt - Beth Revis

Beitrag von mystika am So Dez 18, 2011 11:44 pm



Inhalt:
Die 17-jährige Amy ist einer der eingefrorenen Passagiere an Bord der "Godspeed". Sie und ihre Eltern sollen am Ende der Reise zu einem neuen Planeten wieder erweckt werden – 300 Jahre in der Zukunft. Doch Amys Kühlkasten wird zu früh abgeschaltet. Wollte jemand sie ermorden? Gewaltsam ins Leben zurückgerissen, findet sie sich in einer fremden Welt wieder, in der alle Menschen einem tyrannischen Anführer folgen. Nur einer widersteht: der rebellische Junior, der sich fast magisch angezogen fühlt von Amy. Gemeinsam versuchen die beiden, den schrecklichen Geheimnissen der "Godspeed" auf die Spur zu kommen. Doch kann Amy Junior trauen?

Dressler Verlag


Meine Meinung:
Dein Leben liegt in den Händen eines Anderen ...

Es wurde ein Planet gefunden, auf dem lebensähnliche Zustände herrschen. Zu diesem Planeten ist das Raumschiff mit Namen Godspeed unterwegs. Mehrere hundert Jahre wird es auf dem Weg dorthin sein und in dieser Zeit sind Persönlichkeiten die wichtig für einen Aufbau von dieser neuen Welt sind eingefroren.
Da ihre Eltern beide für die neue Erde wertvoll sind: die Mutter ist Genforscherin und ihr Vater hat ein wichtiges Amt beim Militär, darf auch die 17jährige Amy mit an Bord und wird ebenfalls eingefroren.
Doch bei ihr läuft etwas schief und sie erwacht Jahrzehnte vor der Landung. Wurde ihre Kühlbox manipuliert?
Zusammen mit Junior, dem nächsten Oberhaupt des Raumschiffes und in seinem Kumpel Harley, gehen sie der Sache auf den Grund. Sie helfen ihr, mit dieser neuen Situation klar zu kommen.
Und während sie sich noch an die Änderungen gewöhnt und nicht nachlässt, vieles auf dem Schiff in frage zu stellen, werden weitere Kühlboxen abgeschaltet ...

Nachdem Anfangs sehr detailliert beschrieben wurde, wie die Figuren auf das einfrieren vorbereitet werden und was damit zusammen hängt, hätte ich den Roman fast schon wieder zur Seite gelegt.
Ich kann die härtesten Thriller lesen, doch sobald es um medizinische Fachsimpeleien geht, bekomme ich weiche Knie. Und diese hatte ich während des Lesens dieser Beschreibungen an einer Tour.
Aber zum Glück blieb ich dran, denn was danach kam wurde immer besser!

Amys Zustand, in dem sich ihr eingefrorener Körper befand und ihre dazugehörigen Gedanken, halfen mir, diesen Kryoschlaf zu verstehen. Außer ihren Träumen, Erinnerungen und Gedanken nachzuhängen, gab es nichts, was sie in diesen knapp 300 Jahren machen konnte. So lernte ich sie durch ihre Träume, Wachträume und Gedankensprünge kennen.
Dieser "Alptraum" in dem sie sich gefangen fühlte, wurde sehr anschaulich beschrieben und ich konnte mir ihre Situation sehr gut vorstellen.
Abwechselnd bekam ich aber auch Einblicke in das Leben von Junior, den nächsten "Kapitän" des Schiffes. Durch das Wechseln der Sichtweisen bekam ich einen schönen Überblick über die Taten von beiden Protagonisten.

Was mich selbst, ebenso wie Amy, ziemlich mitnahm, war, wie auf dem Schiff anscheinend vieles (Gen)manipuliert wurde. Was für Amy und mich auf dem Raumschiff normal wirkte, war für Junior und seiner Einstellung nach unnormal. Genauso dachte er, Amy wäre nicht völlig normal. Dementsprechend verhielten sie sich gegenüber dem anderen auch anfangs äußerst skeptisch.
Das wiederum wirbelte meine Gefühle mehr als einmal ziemlich durcheinander und dadurch wurde die Geschichte für mich allerdings mit jeder Seite lesenswerter.
Meine Emotionen hatten deshalb einiges zu tun und besonders der Schluss, mit dem das Buch einen guten Abschluss hatte, ließ mich schockiert zurück. Mit manch einer Wendung hätte ich nicht gerechnet und nun warte ich sehnsüchtig auf den nächsten Teil.
Der Roman ist somit in sich abgeschlossen, lässt aber Fragen offen, die hoffentlich im zweiten Band beantwortet werden.

Das es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt, wurde mir sehr schnell klar. Die einfache Schreibweise und das Verhalten der beiden Hauptcharaktere brachte dies zum Ausdruck. Zudem sind beide Protagonisten Teenager, was ebenfalls darauf hindeutete.

Das Buch entwickelte einen Sog, der mich regelrecht mit sich zog.
Zuerst durch Amys und Juniors Geschichten auf der Godspeed und ihrer Gefühlswelt. Dann folgte ein kriminalistischer Teil, bei dem es um die Toten aus den Kühlboxen ging, die Amys Ansicht nach ermordet wurden. Und dazu kam die Entwicklung zwischen den beiden Protagonisten, die beide nicht so recht einordnen konnten, was an ihrem gegenüber echt und was falsch ist.
Als bildlich gesprochen auch noch eine große Bombe platzte, bei dem ich erstmal das Buch zur Seite legen musste um das Gelesene zu verdauen, war es um mich geschehen. Die Autorin erzählte die Geschichte einfach phänomenal!
Auch Tage später bin ich noch hin und weg von diesem einzigartigen Roman!

Einziger Minuspunkt war die Gegenwartsform, in der das Jugendbuch verfasst wurde. Die brachte mich regelmäßig aus dem Lesefluss, da ich vieles zweimal lesen musste, da mich der Ausdruck der Sätze enorm störte.
Erwähnenswert jedoch ist, dass auf der Innenseite des Schutzumschlags eine Karte der Godspeed zu sehen ist, auf dem sich die Geschichte abspielt.

Fazit:
Kurz und knapp: Der Roman ist bei mir eingeschlagen wie eine Bombe und wird definitiv mein Novemberhighlight!
Ich kann es kaum erwarten, wie es mit Amy und Junior auf der Godspeed weitergeht.


Godspeed-Trilogie:
1. Die Reise beginnt
2. A Million Suns (Original 2012)
3. noch nicht bekannt
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