Wenn ich bleibe | Gayle Forman

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Wenn ich bleibe | Gayle Forman

Beitrag von Shiku am Di Okt 05, 2010 12:40 pm

Wenn ich bleibe
Gayle Forman


Spannung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Handlung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Emotionen Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Sprache Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven


Inhalt
Eigentlich war es ein schöner Tag. Ein paar Schneeflocken reichen aus, um die Schule ausfallen zu lassen. Da dadurch sowohl Mia als auch ihr kleiner Bruder Teddy und ihr Vater, der Lehrer ist, frei haben, meldet sich ihre Mutter ebenfalls spontan bei der Arbeit ab. Ein Ausflug wird geplant – erst zu guten Bekannten, mit einigen Zwischenstopps wollen sie abends bei den Großeltern einfallen. Noch ahnt niemand, dass es niemals dazu kommen wird. Während der Fahrt verliert ein LKW-Fahrer die Kontrolle über seinen Wagen und rammt das Auto von Mias Familie. Als sie sich kurz darauf umblickt, sind ihre Eltern tot, ihren Bruder kann sie nirgends entdecken. Dafür aber sich selbst, wie sie mit verdrehten Gelenken und gebrochenen Knochen auf dem Boden liegt. Aus irgendeinem Grund ist sie nicht mehr in ihrem Körper drin und kann so alles mitverfolgen, was danach geschieht: ihre Operation, die Reaktionen ihrer Verwandten und Freunde, die Bemühungen all jener – bis sie irgendwann versteht: Sie muss entscheiden. Momentan ist sie noch nicht weg und nicht mehr da. Doch wie soll sie sich entscheiden? Gehen und den Schmerz vergessen, den der Verlust ihrer Familie unweigerlich mit sich bringt und nur all das verstärken wird, was sie zuvor plagte? Oder bleibt sie, lebt und liebt und stellt sich all jenem?

Meine Meinung
„Wenn ich bleibe“ ist auf eine schlichte Art und Weise bösartig. Nachdem die Handlung sofort losgeht und schnell die Ausgangssituation – der Unfall – erreicht ist, begleitet Mia ihren Körper. Sie ist kein Geist, denn immerhin kann sie sich nur so bewegen, wie sie es auch sonst könnte; und dennoch sieht und hört sie keiner. Stattdessen wird sie zur Beobachterin, deren Gedanken ab und zu abschweifen. Es sind Erinnerungen, die immer wieder aufs Neue die Schilderung der aktuellen Ereignisse unterbrechen und dem Leser und auch Mia selbst brutal zeigen, was sie alles verloren hat. Dabei wird „Wenn ich bleibe“ nie kitschig. Nichts wird verschönigt, nie wird das Verlorene besonders betont, man sieht es einfach. Im Grunde wird all dies fast emotionslos dargeboten, da Mia ohne die Verbindung zu ihrem Körper Berührungen und auch Gefühle zwar spüren, aber nie tatsächlich fühlen kann. Die Erinnerungen werden also einfach so wiedergegeben, wie sie waren und es sind nicht nur schöne Tage, die da Revue passieren. Es geht auch um Beerdigungen und Streit, um Konflikte und Entwicklungen. Doch genau das setzt so zu: Mia ist ein Mädchen mit all den Problemen und Sorgen, die eine verliebte, 17-jährige, begnadete Musikerin eben so haben kann, deren schwerste Entscheidung bis dahin darin bestand, ob sie nach New York auf ein renommiertes Musik-College geht oder in der Nähe des Freundes bleibt, den sie mehr als alles liebt. Und deswegen braucht sie ihre Familie – vor allem in dem Alter. Ein Alter, in dem einem Menschen noch viel Zeit mit seiner Familie gegönnt sein sollte.
Dadurch lernt man sie verstehen, weiß, warum der Gedanke des Aufgebens so unglaublich verlockend ist. Andererseits vermag eben dies auch die Darstellung der Hinterbliebenen: ihre Großeltern. Adam, der sie ebenso sehr liebt. Kim, ihre beste Freundin und Stütze. All die anderen Cousins und Tanten, Freunde und Freundesfreunde. Sie werden immer nur mit Mias Augen wahrgenommen, nichtsdestotrotz kann man sich wunderbar in die drei zuerst Genannten hineinversetzen und verliert dadurch mehr als nur eine bittere Träne.
Die Charaktere sind Personen mit ihrem eigenen komplexen Denken, das zwar nie komplett zur Sprache kommen kann, aber zweifelsohne da ist. Besonders Mia durchlebt eine Entwicklung. Es dauert knapp hundert Seiten, ehe sie sich ihrer Entscheidungsmöglichkeit und auch -pflicht bewusst wird und danach steht die schwierigste noch bevor. Ihre Gedanken und Gefühle werden glaubhaft rübergebracht, so dass man am Ende ihre Lieben fast genauso ins Herz geschlossen hat und selbst einen Verlust verspürt – und unweigerlich dazu gebracht wird, ebenfalls zu überlegen. Würde ich gehen oder bleiben? Was wäre richtig, was falsch? Mit dem Thema Tod einhergehend, folgen selbstverständlich auch die Überlegungen, wie man sein Leben sehen sollte, ob tatsächlich alles so schlecht ist oder man eigentlich sehr zufrieden sein kann. Eine Frage, die man sich nicht oft genug stellen kann – vielleicht verinnerlicht man es irgendwann ja doch.

Fazit
Abschließend bleibt zu sagen, dass die Sprache Mias Alter und Stand gerecht wird und sehr angenehm zu lesen ist. Zusammen mit allem anderen formt dies „Wenn ich bleibe“ zu einem unglaublich berührenden, trotzdem nie kitschigen Buch, das durchaus wichtige Fragen aufwirft. Und deswegen lautet die Devise: unbedingt lesen!
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Shiku
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