Silberlicht - Laura Whitcomb

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Silberlicht - Laura Whitcomb

Beitrag von Avaríe am Do Apr 08, 2010 11:46 am

Silberlicht von Laura Whitcomb


Wertung
Spannung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven / Like a Star @ heaven
Handlung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Emotionen Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Sprache Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Welt Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven



Inhalt
Vor vielen Jahren ist Helen gestorben und doch wurde ihr der Eintritt in den Himmel verwährt. Seitdem versucht sie verzweifelt, weiter auf unserer Welt umherwandeln zu können und nicht in die Hölle gerissen zu werden, der sie so knapp entkommen war. Aber dies kann sie nur, indem sie einen Bewahrer findet. Sie selbst betitelt sich und ihre Erdengestalt als Licht, denn sie hat zwar noch die Formen ihres Körpers, jedoch nur in einer strahlenden, fast durchsichtigen Form und ist von den Menschen um sie herum nicht wahrnehmbar. So wissen auch ihre Bewahrer - an denen sie sich festgehalten hat, um nicht wieder in den Abgrund gerissen zu werden - nichts von ihrer Existenz. Helen macht sich bei ihnen in so fern bemerkbar, als dass sie ihrem Bewahrer eine Muse ist. Allesamt waren es kreative Köpfe und wenn sie einmal nicht weiterwussten oder bei Formulierungen stockten, hauchte sie ihnen mögliche Wörter ins Ohr, auch wenn ihre Bewahrer sie eigentlich nicht hören konnten.

Auch bei ihrem jetzigen Bewahrer ist es nicht anders: Mr. Brown ist ein Englischlehrer und sitzt oft vor dem Unterricht über seinem Roman. Doch bei ihm ist es anders als mit all den anderen Bewahrern, die Helen zuvor hatte: Während seine Vorgänger alle ein Single-Dasein genossen, hat er sich im Laufe der Jahre eine Frau gesucht und könnte vielleicht sogar noch Vater werden. Zum ersten Mal ist Helen eifersüchtig, da sie nicht die Einzige in seinem Leben ist, obwohl er sie nicht einmal wahrnimmt.
Während einer Unterrichtsstunde von ihrem geliebten Mr. Brown passiert jedoch das Unfassbare: Ein Junge schaut sie an und es war nicht nur Zufall, denn im Laufe der Tage versucht er, mit Helen Kontakt aufzunehmen, welche zunächst davon verschreckt ist, dass jemand sie sehen kann. Schnell stellt sich heraus, dass sich im Körper des 17jährigen Billy ein Licht eingenistet hat, James. Da Billy ein Junkie war, hat sein Geist den Körper verlassen und James hat die Chance wahrgenommen, noch einmal eine menschliche Gestalt annehmen zu können. Schnell ist für die zwei Lichtgestalten klar, dass sie füreinander bestimmt sein müssen und so tut Helen etwas, was sie vorher nie getan hätte: Sie verlässt Mr. Brown, um sich James/Billy als neuen Bewahrer aussuchen zu können. Doch wie sollen die zwei eine Zukunft zusammen haben können, wenn sie noch ein Licht ist? Also suchen sie nach einem weiteren leeren Körper, in den sich Helen begeben kann und werden auch fündig bei der 15jährigen Jenny. Und nun, wo alles so gut für die Beiden zu scheinen mag, fängt das eigentliche Abenteuer erst an.

Anmerkung zum Buch
Auch wenn sich das Buch eigentlich über mehrere Jahrzehnte erstreckt, steigt Laura Whitcomb direkt mit dem Tag ein, an dem Billy/James sie sieht. Erst danach wirft sie einen Blick in die Vergangenheit und erzählt dem Leser, wie Helen überhaupt bei Mr. Brown gelandet ist. Doch da webt sie bereits das erste Geheimnis um die Lichtgestalt: Helen hat etwas in ihrem wirklichen Leben getan, dass schlimm gewesen sein muss, an das sie sich jedoch nicht mehr erinnern kann. Eine Frage, die man das ganze Buch über beantwortet haben will und eine bestimmte Grundspannung mit durch das Buch zieht, denn oft denkt man: Ha, jetzt verrät sie es uns und dann heißt es doch wieder Pustekuchen.
Was auf mich doch eher irritierend wirkt, ist die insgesamte Darstellung des Mr. Brown. Mit ihm freundet man sich sofort an, sowohl durch Helens Gefühle ihm gegenüber als auch durch die Art, wie er selbst interagiert. Er erscheint als eine ziemlich wichtige Person, wird aber zu Beginn schon wieder abgesägt und ich finde, dass dies dem Charakter nicht gerecht wird. Zwar taucht er zwischenzeitlich mal wieder auf, aber nicht so, als dass es den Leser oder zumindest mich befriedigen würde. Es ist schade, dass Laura so einen Charakter erschafft und ihn nicht in dem Maße einbringt, wie es ihm gebühren würde.
Etwas, an das man sich gewöhnen muss, ist die Darstellung des James – sie ist zweifelsfrei gelungen, jedoch wie gesagt gewöhnungsbedürftig. Denn James stammt wie Helen aus einer alten Zeit und da er nun im Körper eines 17jährigen steckt und dementsprechend auch interagieren muss, ist es doch etwas merkwürdig, wenn der perfekte Gentlemen auf einmal „F*ck dich“ sagt. Das ist auch durchaus erforderlich, nur eben nicht passend zu James Charakter.
Ich habe allgemein etwas Zeit gebraucht, um in das Buch hineinzukommen und eigentlich war ich anfangs auch etwas enttäuscht, weil ich es mir anders vorgestellt hatte. Falls es jemanden genauso ergehen sollte, rate ich aber: weiterlesen! Denn ab dem Punkt, wo ich oben in der Inhaltsangabe aufgehört habe, geht das Buch erst richtig los. Die Zeit davor kann man überspitzt formuliert praktisch als Vorgeschichte oder Einleitung abstempeln, um den Leser auf das vorzubereiten, was eigentlich darauf folgt. Bis dahin ist die Spannung auch sehr gering gehalten, aber ab einem bestimmten Punkt wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Das ganze Buch ist ziemlich emotional angelegt, nur muss ich gestehen, dass mich das Buch nicht so berührt hat wie es hätte können. Es ist zwar mitreißend, jedoch nicht so, dass ich mit den Personen Angst hatte oder Tränen weinen musste. Das Ende des Buches fand ich doch etwas blöd. Zwar ist die ganze Geschichte ein Fantasy-Roman und dementsprechend etwas bizarr, doch eigentlich kommt einem vieles als sehr real rüber, was man Laura Whitcomb hoch anrechnen kann, doch das Ende wirkt dann auf mich wieder wie etwas aus komplett anderen Dimensionen. Es passt zwar zum Roman im Gesamten, ich hätte ein anderes Ende vielleicht aber bevorzugt.



Fazit
Es ist ein sehr gutes Buch, das seine fünf Literaturpreise verdient hat und etwas Schönes für zwischendurch, da es nicht zu dick ist. Durchaus weiterzuempfehlen!
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Ich lese gerade : Night Huntress Band 3

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Re: Silberlicht - Laura Whitcomb

Beitrag von Aiyana am Do Apr 29, 2010 1:41 am

Silberlicht von Laura Whitcomb


Wertung
Spannung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven - Like a Star @ heaven
Handlung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Emotionen Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
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Anmerkung zum Buch
Bei Silberlicht handelt es sich um eine wundervolle Liebesgeschichte, die von dem Hauptcharakter Helen erzählt wird. Der Einstieg für den Leser beginnt mitten im Hier und Jetzt und die Erzählerin füttert uns während dem Umblättern der Seiten immer wieder mit Einblicken in ihre Vergangenheit. Schnell wird klar, dass Helen zu Lebzeiten etwas wirklich Schlimmes getan haben muss und aus diesem Grund immer noch unter den Menschen wandelt, anstatt in den Himmel aufzusteigen. Um was für eine Tat es sich dabei handelt, lässt die Autorin jedoch bis zum Schluss hin offen und gibt uns Lesern somit die Möglichkeit, die ganzen kleinen Puzzleteile selbst zusammenzufügen.
Auf knapp 310 Seiten schreibt Laura Whitcomp die Geschichte um die Lichtgestalt Helen und ihren Gegenpart James, der ebenfalls eine Lichtgestalt ist. Gespickt mit vielen Metaphern und Anspielungen auf die Literaturwelt hat der Schreibstil der Autorin etwas Leichtes, Verträumtes und hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Gut strukturiert entführt die Geschichte den Leser in eine Welt voller Liebe, Angst und Verdrängung und angereichert mit vielen Details wirken die Charaktere und die gesamte Handlung um sie herum fast schon real.
Gekonnt und liebevoll beschreibt Laura Whitcomp Helens Erlebnisse, als sie ihre Lichtgestalt hinter sich lässt und den Körper der jungen Jenny bezieht. Die ganzen Empfindungen, der Entdeckungsdrang, die Leidenschaft.. all das war, als wenn ein Blinder plötzlich wieder sehen und ein Querschnittsgelähmter auf einmal wieder fühlen könnte.
Wer jedoch glaubt, bei Silberlicht handle es sich einzig um eine Liebesgeschichte, irrt sich. Wenngleich die Romanze der beiden Hauptcharaktere natürlich im Vordergrund steht, lässt Laura Whitcomp Themen wie christlichen Fanatismus und sexuelle Belästigung an Schutzbefohlenen mit einfließen. Ich hätte mir hier zwar gewünscht, dass beide Themengebiete -da sie schon erwähnt wurden- noch etwas vertieft werden und dafür auch gut und gerne noch weitere 100-200 Seiten in Kauf genommen, aber allein die Tatsache, dass sie zu einem wichtigen Element wurden und nicht nur eine kurze Erwähnung nebenbei fanden, verleiht dem Ganzen eine tiefgründigere Note, als es sowieso schon hat.
Besonders gefallen hat mir an dem Buch die deutliche Botschaft, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Hinter den Mauern eines Palastes muss nicht alles glänzen, den scheinbaren Verlieren muss nicht alles gleichgültig sein und die Dinge, vor denen wir weglaufen, sind vielleicht viel menschlicher als wir glauben.
Auch das Wechselspiel zwischen der Entdeckungsreise der beiden Lichter füreinander und den Leben, die sie nun führen, ist der Autorin sehr gelungen. Die schwierigen Situationen, mit denen sie sich nun, da sie das Leben eines anderen führen, immer wieder konfrontiert sehen fesselt den Leser an die Seiten, eröffnet den Blick hinter die Kulissen und zeigt die Tücken eines Rollenspiels auf.
Wie oben bereits erwähnt, hätte ich nichts gegen ein paar mehr Seiten einzuwenden gehabt. Nicht nur, um eben die etwas heiklere Thematik zu vertiefen, sondern auch, um etwas mehr über die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu erfahren. Gerade, weil die Geschehnisse zu Helens Lebzeiten eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen, finde ich, dass die Erkenntnis und das „Frieden machen“ etwas ausgeprägter hätten beschrieben werden können – das hätte die ganze Sache für mich runder gemacht.



Fazit
Silberlicht ist eine Romanze, die sich ohne weiteres neben den großen Liebesgeschichten einreihen lässt. Jeder, der auch gut und gerne mal auf Action verzichten kann und gerne etwas gefühlvolles und tiefgründiges liest, wird mit diesem Buch garantiert seine Freude haben!

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Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; arm ist nur, wer nie geträumt hat
(Marie v. Ebner-Eschenbach)


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Meine Urkunde und der Doktortitel beweisen es: ich bin die süßeste Schokomaus, die es gibt! MrGreen
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