[PSY/Gestaltwandler-Serie 7] Ruf der Vergangenheit - Nalini Singh

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[PSY/Gestaltwandler-Serie 7] Ruf der Vergangenheit - Nalini Singh

Beitrag von mystika am Mo Mai 30, 2011 7:15 pm



Inhalt:

Als Dev Santos eine bewusstlose Frau vor seiner Tür findet, ist er überzeugt, eine Spionin der Medialen vor sich zu haben. Katya hat ihr Gedächtnis verloren. Sie weiß nur noch, dass sie den Auftrag hat, Dev zu ermorden. Doch je näher sie dem verschlossenen Mann kommt, desto mehr fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Können Dev und Katya gemeinsam der tödlichen Falle entfliehen und den Drahtzieher des Komplotts ausfindig machen?
Quelle: Egmont LYX

Meine Meinung:
Im siebten Band der Psy-Changelings-Serie geht es um die Medialen und die „Vergessenen“.
Mediale empfinden nichts, denken und handeln immer logisch, ohne Herz. Dadurch ähneln sie mehr Robotern als Menschen. Mediale streben nur nach zwei Dingen: Geld und Macht - weswegen sie auch für Geschäfte aller Art zuständig sind. Das Programm Silentium hat sie dazu ausgebildet, zu sein was sie nun sind.
Sie können auf der ganzen Welt über ein geistiges Netz, das Medialnet, das sie am Leben hält, kommunizieren. Silentium hat eine emotionslose Entwicklung bei den Medialen mit sich gebracht, gegen die zu Anfangszeiten einige rebellierten.
Um die Kinder dieser "Rebellen", in diesem Band die "Vergessenen" genannt, geht es in diesem Teil der Serie.

Eine weibliche Mediale, die durch geistige Fesseln zu einer Marionette wurde, soll den Direktor der Shine-Stiftung, einer Organisation, die sich um die Kinder der Vergessenen kümmert, töten.
Ausgehungert und ohne Erinnerung wird sie vor Devrej Santos' Tür abgelegt. Dev, ein hilfsbereiter und positiv denkender Mann, nimmt sich ihrer an und päppelt sie auf. Dass sie eine Mediale ist, und damit eine eventuelle Gefahr für ihn darstellt, ist dabei zweitrangig.
Während Katya wieder zu Kräften kommt, muss sie den viel beschäftigten Direktor der Shine-Stiftung überall hin begleiten, denn er möchte sie keinem anderen anvertrauen. Sie ist sein Problem, er will niemand anderen durch sie einem Risiko aussetzen, denn er ahnt, weshalb sie bei ihm „abgelegt“ wurde.
Mit der Zeit kehren Erinnerungsfetzen zurück und Katya lässt Dev daran teilhaben.
Er möchte ihr helfen und bei ihrem gemeinsamen Versuch, ihre geistigen Fesseln zu lösen, kommen sie sich näher, als beiden lieb ist.

Der Titel des Buches machte dem Inhalt alle Ehre.
Es ging zwar vorrangig um Katya und Dev, doch zwischendurch war der Roman durchzogen mit der Entstehung des emotionslosen Programms Silentium. Anhand von Briefen einer Mutter, die diese an ihren Sohn schrieb als Tagebuchersatz, bekam ich einen Eindruck, was damals auf dem Spiel stand, als Silentium gegründet wurde. Wie die Aussage dieser Briefe mit der Handlung zusammen hing, kam erst zum Ende hin heraus.
Und auch durch die "Vergessenen", die sich aus dem Medialnet abgekapselt hatten, sowie durch Devs Verwandtschaft, wurde regelmäßig Bezug auf die Vergangenheit genommen.
Je weiter ich in die Handlung eintauchte, umso mehr wurde mir bewusst, dass es um etwas viel Größeres ging als den Werdegang der beiden Protagonisten, der im Vordergrund lief. Im Schatten dieser Geschichte geschahen furchtbare Dinge und Katya hatte dazu den Schlüsselcode im Kopf, ohne es zu wissen. Auch zu diesen schrecklichen Ereignissen gab es immer wieder einen kurzen Bericht.
All das hing miteinander zusammen und löste bei ihr eine große Angst aus, die sich fast spürbar auf mich übertrug.

Die Autorin schafft es jedes Mal aufs Neue, mich regelrecht an das Buch zu fesseln, sodass ich es in einem Rutsch lesen musste.
Nalini Singh spielt mit Worten und entlockte mir dadurch immer wieder ein Lächeln.
Wenn Erinnerungsfetzen von Katyas Folter ans Tageslicht kamen, wurden diese, wie auch die Briefe und Protokolle, in Kursivschrift beschrieben.
Auch die Erotik wurde leicht detailliert, aber sehr zart und gefühlsbetont, dargestellt.
Als ein Junge bei seinen Fähigkeiten einen Durchbruch hatte, musste ich ein paar Tränen verdrücken. Die Szene war so herzlich und schön beschrieben, da konnte ich einfach nicht anders.
Und solche Kleinigkeiten zeigten mir persönlich, wie gut Nalini Singh ihre Sache als Schriftstellerin macht. Die Geschichte wurde einfach wunderbar und gefühlvoll beschrieben!
Genauso brachte die Autorin mehr als genug Spannung in die Handlung durch die Bedrohung, die durch Katyas geistiges Gefängnis wie ein Damoklesschwert über Devrej schwebte. Auch wenn ich Katya nichts anmerkte, wusste ich, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem sich ihr Puppenspieler einschalten würde.
Und so machten meine Gefühle zum Schluss noch eine regelrechte Achterbahnfahrt mit. Ich fühlte mit den Protagonisten und empfand ebenso wie sie. Zum Ende hin hatte ich nur noch Tränen in den Augen, so war ich in der Geschichte gefangen.

Während die Handlung ihren Lauf nahm, wurden auch die Protagonisten immer besser vorgestellt. Langsam und geheimnisvoll, wodurch ich das Buch nie lange aus der Hand legen konnte. Ihre Annäherung und Zuneigung zueinander wurde sehr behutsam und nachvollziehbar geschildert.

Da die Serie sich von Buch zu Buch immer wieder in eine andere Richtung ändert, bleibt sie trotz ihres einfachen Schemas immer interessant, abwechslungsreich und macht süchtig!
Deswegen würde ich raten, diese von Beginn an zu lesen, da die Protagonisten aus den Vorbänden als Nebenfiguren immer wieder auftauchen und sich weiterentwickeln. Zudem bauen die Romane aufeinander auf und zum besseren Verständnis sollte man mit dem ersten Teil "Leopardenblut" beginnen.

Fazit:
Singh ist für mich die Königin des geschriebenen Wortes und der ausdrucksstarken Gefühle.
Actiongeladene Spannung und prickelnde Erotik zugleich. Einfach fantastisch!
Ich vergebe diesem siebten Teil fünf Sterne und mache es zu meinem ersten Maihighlight 2011.


Reihenfolge der Gestaltwandler-Serie:
2008 - Leopardenblut
2008 - Jäger der Nacht
2009 - Eisige Umarmung
2009 - Im Feuer der Nacht
2010 - Gefangener der Sinne
2010 - Sengende Nähe
2011 - Ruf der Vergangenheit
2011 - Fesseln der Erinnerung (ab September)

© Tikvas Schmökertruhe 23.5.2011
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