Heaven - Stadt der Feen von Christoph Marzi

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Heaven - Stadt der Feen von Christoph Marzi

Beitrag von Aiyana am So Okt 24, 2010 11:43 pm

Heaven - Stadt der Feen von Christoph Marzi


Wertung
Spannung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Handlung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Emotionen Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Sprache Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Welt Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven


Inhalt
David hatte es nicht leicht. Familiäre Probleme und Drogen beherrschten sein junges Leben für eine lange Zeit, bis er eines Tages seine Sachen packte und abhaute. Sein neues Zuhause fand er in London, wo er nach ein paar Anfangsschwierigkeiten seinen Platz gefunden hat. Über einem Buchladen wohnend und für die alte Besitzerin arbeitend schaffte er Ordnung in seinem Leben und findet heute Freude daran, für die alte Dame Botengänge zu erledigen und dabei über die Dächer Londons zu laufen. Als er dort, auf dem Weg zu einem Kunden, der ein seltenes Buch von ihm erwartet, auf Heaven trifft, weiß er zuerst nicht, was er von dem Mädchen halten soll. Nach eigener Aussage kam sie auf das Dach, um die Sterne zu beobachten, als ein Mann namens Mr. Drood ihr das Herz herausschnitt. Doch wie kann sie so noch am Leben sein und mit David reden? Er weiß, dass er das sichtlich verängstigte Mädchen nicht alleine zurücklassen kann und so verspricht er ihr, sie nach seiner Lieferung heim zu bringen. Im Haus des Kunden erleidet die junge Heaven jedoch einen Schwächeanfall, weswegen David sie ins nächste Krankenhaus bringt. Als dort kein Herzschlag festgestellt werden kann und die Schwester David verrät, dass bereits nach ihnen gesucht wird, ist für ihn klar, dass Heaven ihn nicht belogen hat, sondern dass diese unfassbare Geschichte wahr ist und sie beide so schnell wie möglich aus dem Krankenhaus verschwinden müssen. Eine Verfolgungsjagd durch London beginnt, Familiengeheimnisse werden gelüftet und während alldem sitzt ihnen die Zeit im Nacken, denn wie lange Heaven ohne Herz überleben kann, weiß niemand. Und was hat der ominöse sternenlose Himmel zu bedeuten?


Anmerkung zum Buch
Der Schreibstil des Autors, Christoph Marzi, verleitet den Leser zum Träumen und entführt ihn in eine Welt voller Fantasie, Rätsel und Gefühle. Die Wortwahl hat hier und da etwas Poetisches und wirkt dennoch so leicht und ungezwungen, dass es einem spielend gelingt, sich auf die Welt von Heaven einzulassen. Mit Liebe zum Detail beschreibt der Autor die Umgebung, bringt dem Leser den unverwechselbaren Charme Londons nahe und bedient sich immer wieder an der mehr oder minder bekannten breiten Medienwelt. Obgleich ich es gerne habe, wenn Bezug auf andere Bücher, Märchen, Musik oder Filme genommen wird, empfand ich das in dieser Geschichte mit Fortschreiten der Seiten als störend. Nicht nur, dass der Autor sich oft an Titeln bedient, die ich gar nicht kenne und mir somit auch nicht immer der Sinn dieser Bezüge ganz klar war, nein, es wurde irgendwann einfach zu viel und nicht selten hatte ich dabei das Gefühl, dass die eigentliche Geschichte im Schatten der vielen Musik und Filme untergeht. So war das Rätsel um Heaven und den geheimnisvollen Auftragsgeber beispielsweise nicht so unvorhersehbar, wie es hätte sein können, was leider auch die Spannung gemindert hat.
Mit einem unverwechselbaren Schreibstil, einfühlsamen Worten, die zum Nachdenken anregen und einen anderen Blickwinkel eröffnen, einer märchenhaften Kulisse und traumhaften Fantasyelementen, die sich mühelos in das London unserer Zeit einfügen, macht der Autor einen großen Teil dieses Mankos jedoch wieder wett und sorgt dafür, dass die Seiten nur so dahinfliegen.

Was die Charaktere dieser Geschichte betrifft, weiß Christoph Marzi zu überzeugen. Beinahe wie ein Maler, der Strich für Strich liebevoll seinen Figuren Kontur verleiht, zeichnet Christoph Marzi seine Protagonisten. In David finden wir einen wundervoll facettenreichen Charakter, der nach einer harten Vergangenheit seinen Weg im Leben gefunden hat. Die prägenden Ereignisse haben ihn geformt und stark gemacht, sodass er zu einem jungen Mann geworden ist, der sich weigert, aufzugeben, zu jemanden, der für das kämpft, was er will.
Heaven hingegen bleibt für den Leser lange eine Unbekannte. Sie redet nicht gerne über sich und ihr Leben und auch auf die nötigen Fragen seitens David antwortet sie nur das Nötigste. Im Wissen, dass Liebe früher oder später wehtut, versucht sie, stets die nötige Distanz zu halten, ohne dabei auf Spaß zu verzichten. Erst nach und nach gewinnt sie Vertrauen, öffnet sich und wird für den Leser greifbarer. Auch in ihr finden wir jemanden, der durch Charakterstärke überzeugt und die Dinge nicht einfach stillschweigend so hinnimmt, wie sie kommen.
Wenngleich es im Buch hin und wieder Zwischensequenzen gibt, die den Blickwinkel einiger Nebencharaktere wiedergeben, stehen David und Heaven das gesamte Buch über im Vordergrund. Sensibel geformt führen die beiden den Leser durch ihr -vorzugsweise nächtliches- London, zeigen uns durch ihre Augen die faszinierenden Bilder über den Dächern ihrer Stadt und erlauben uns langsam einen Blick hinter ihre Fassaden. Dazu bedient sich der Autor hier an Rückblenden, oder auch an einfachen Fotos aus der Vergangenheit, um uns die Charaktere, ihre Beweggründe und ihre persönliche Entwicklung näher zu bringen.


Fazit
„Heaven – Stadt der Feen“ ist ein Buch, welches zu Träumen einlädt und den Leser eine der berühmtesten Städte der Welt aus einem ganz neuen Blickwinkel wahrnehmen lässt. Doch leider wurde ich nicht so sehr an die Seiten gefesselt, wie ich es mir gewünscht hätte.

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(Marie v. Ebner-Eschenbach)


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