Sixteen Moons

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Sixteen Moons

Beitrag von Aiyana am So Okt 24, 2010 9:50 pm

Sixteen Moons von Kami Garcia und Margaret Stohl


Wertung
Spannung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Handlung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Emotionen Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Sprache Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Welt Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven




Inhalt
Ethan Wate zählt in seiner Highschool zu den beliebten Jungs, spielt im Basketball-Team, ist kein schlechter Schüler, greift seinen Großtanten regelmäßig unter die Arme und trifft sich nach der Schule mit Freunden. Alles in allem also scheinbar ein ganz normales Teenagerleben – aber eben nur scheinbar. In seinem Wohnort Gatlin ist ein Tag wie der andere, die Menschen dort fristen ein Dasein in trostloser Langeweile, ohne es selbst zu merken und auch Ethan wird sich dessen erst bewusst, als eine neue Schülerin in seine Klasse kommt. Lena Duchannes ist von Anfang an eine Außenseiterin und die Bewohner von Gatlin mögen keine Außenseiter. Erschwerend hinzu kommt, dass sie die Nichte von Macon Ravenwood ist, einem Bewohner der Stadt, den die Bürger nie zu Gesicht bekommen und um dessen Grund und Boden stets ein großer Bogen gemacht wird. Unter diesen Umständen ist klar, dass eine Stadt, die mehr in der Vergangenheit zu leben scheint als im Hier und Jetzt und die Veränderungen als eine Art Krankheit betrachtet, sich zusammenschließt und alles Erdenkliche unternimmt, um die junge Lena zu verscheuchen. Ethan, der schon vor ihrer ersten Begegnung wie durch ein unsichtbares Band mit Lena verbunden zu sein scheint, steht ihr bei, stellt sich seinen Mitschülern und Freunden in den Weg und riskiert damit selbst, Ziel der Highschoolspielchen zu werden, die besonders die Cheerleader zu lieben scheinen. Doch seine Loyalität zu Lena bringt auch völlig ungeahnte Gefahren mit sich, denn das Mädchen ist alles andere als normal. Sie gehört zu einer Familie von Castern, deren Mitglieder mit einer Reihe von Fähigkeiten ausgestattet sind, ihr Onkel sowie auch Ethans Ziehmutter, halten diese Beziehung für absolut unmöglich und zu allem Überfluss sieht Lena auch noch ihrem 16. Geburtstag entgegen, der Tag, an dem sie ein Fluch entweder auf die eine, oder die andere Seite ziehen wird ...


Anmerkung zum Buch
Harry Potter hat die Magie in die Wohnzimmer Millionen Menschen gebracht und bis auf einige wenige Werke, die sich dieser Thematik bedienten, ist es um die Zauberwelt still geworden – bis jetzt. Sixteen Moons ist der Auftakt einer Reihe, in der keine Werwölfe, Vampire, Feen oder gefallene Engel die Hauptrolle übernehmen, sondern Caster, die man wohl am ehesten mit Hexen und Zauberern vergleichen kann und erzählt eine Geschichte voller Sehnsucht, Magie, Geheimnissen und Liebe, die wehtut.

Bei "Sixteen Moons" handelt es sich um kein Buch, welches aus der Perspektive eines hübschen und/oder außerordentlich begabten Mädchen geschrieben wurde, die ihrem Traumjungen begegnet und gemeinsam mit ihm allen Widrigkeiten trotzt – zumindest nicht gänzlich, denn in diesem Buch erzählt Ethan, ein normaler Junge von nebenan, seine Geschichte und lässt den Leser durch seine Augen den Charakter betrachten, der mit besonderen Fähigkeiten aufwartet. In der Ich-Perspekte führt er uns locker und humorvoll in sein Leben ein, bringt dem Leser seine Eindrücke von einer Welt nahe, dessen Oberflächlichkeit er bis dato keine Beachtung geschenkt hat und der gegenüber er von Tag zu Tag mehr die Augen öffnet und nicht mehr verstehen kann, wie er das vorher alles so hinnehmen konnte.
Gleich zu Beginn der Geschichte spinnen die Autorinnen ein Netz aus Rätseln, indem sie Ethan unerklärlich reale Träume haben lassen, deren Spuren sogar noch nach dem Aufwachen zu sehen sind, oder indem er immer wieder ein für ihn unbekanntes Lied hört, welches er selbst jedoch niemals angeschaltet hat. Mit dem Erscheinen von Lena zeigen sich im Leben des jungen Ethans Geheimnisse auf, von dessen Existenz er noch nicht einmal geahnt hatte, Gefahren, deren Ausmaß er nicht abschätzen kann und Gefühle, die ihm völlig neu sind. Diese sind nicht so detailliert emotional beschrieben, wie man es bei einem weiblichen Protagonisten erwarteten würde, doch es mangelt keinesfalls an gefühlvollen Passagen, die glaubwürdig sind und das Herz des Lesers berühren. Das ganze Ausmaß seiner Gefühle für Lena wird einem hier nicht voranging durch Worte oder Gedanken, sondern vielmehr durch Dinge wie Ethans Loyalität gegenüber seiner Herzdame, dem zwanghaften Wunsch, sie zu beschützen und den gemeinsamen Stunden auf der Plantage, bewusst, was mich ebenso berührt hat, wie ein offenes Geständnis es getan hätte.
Neben all den Geheimnissen, die sich in der Geschichte offenbaren und dem Versuch, Lena aus den Klauen eines uralten Fluches entkommen zu lassen, sind besonders die Visionen, die die beiden seit dem Fund eines alten Medaillons haben, faszinierend und spannend. Während diese das Rätsel um das ungewisse Schicksal, welches jedes Mitglied der Familie Duchannes an dessen 16. Geburtstag erwartet, teilweise löst, beginnt mit ihnen auch wieder ein Neues, welches sich um einen unbekannten Vorfahren Ethans handelt. Besonders gelungen ist den beiden Autorinnen die Darstellung der Südstaatenstadt Gatlin. Stolz tragen die Bürger die Geschichte ihrer Vergangenheit mit sich, lassen die damaligen Geschehnisse immer wieder aufleben, gestatten keine Kritik an ihrer Lebensweise und führen ein nach außen hin perfektes Leben.

Was die Formung der Charaktere betrifft so haben die Autorinnen hier alle Facetten für sich genutzt. Der männliche Hauptcharakter Ethan präsentiert sich dem Leser zu Beginn als beliebter Teenager, dessen Alltag eine langweilige Routine aufweist. Mit seinen unerklärlichen Träumen und dem Kennenlernen von Lena beginnt er jedoch langsam, sich zu verändern, Dinge zu hinterfragen, sich der Gesellschaft nicht mehr einfach so unterzuordnen und seine Entscheidungen selbst zu treffen. Man kann beinahe dabei zusehen, wie Ethan von Seite zu Seite eine Veränderung durchlebt und wie er mit Fortschreiten der Geschichte reifer und erwachsener wird.
Lena hingegen ist durch das zurückgezogene Leben, welches sie bisher geführt hat, ein Außenseiter und wenngleich es sie traurig macht, nirgends wirklich dazuzugehören, weiß sie mit der Situation umzugehen – zumindest nach außen hin. Allein ihrem Notizbuch, ihrer Wand und Ethan offenbart sie, wie es in ihr drin wirklich aussieht, wie groß ihre Ängste sind und wonach sie sich sehnt.
Sehr amüsant fand ich hier Ethans Großtanten, die sich gerne mal wegen irgendwelchen Lappalien in den Haaren haben, eine wandelnde Bibliothek für Bürgerkriegsfragen sind und durch ihren Schlagabtausch auch das trockenste Familienfest zu einem Vergnügen machen.
Doch Amma, Ethans Ziehmutter, Link und Macon stehen dem in nichts nach. Jeder von ihnen hat seine ganz eigene Art, bei dem Leser einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, den Wunsch zu schüren, mehr über sie erfahren zu wollen und auch ein Schmunzeln schaffen sie, auf die Lippen ihres Publikums zu zaubern. So auch die Bibliothekarin Marian, die als ehemals beste Freundin von Ethans Mutter praktisch zur Familie gehört, weiß zu überzeugen. Stets ein passendes Zitat berühmter Menschen auf der Zunge, hat sie für alles eine Antwort und auch was Bücher betrifft kann sie nicht nur mit denen aufwarten, die man üblicherweise in einer Bibliothek erwartet, sondern auch mit solchen, die sich in der unterirdischen Bibliothek, zu der nur magische Familien ein paar wenige Tage im Jahr Zutritt hat, befinden.
Einzig Ethans Vater hat mich traurig gestimmt, ist er doch seit dem Tod seiner Frau in der Welt der Trauer gefangen und nimmt von seiner Außenwelt nur noch wenig wahr. Wie sehr sein Sohn darunter leidet scheint ihm gar nicht klar zu sein und umso mehr beeindruckte mich dieser, als er seinem Vater, dem er seine eigene Welt stets zugestanden hat, gegenübertritt, seinem Schmerz freien Lauf lässt und ihm die Meinung sagt.

Obgleich es auf den 544 Seiten hier und da zu kurzen Längen kommen kann, hat man nicht das Gefühl, sich durch endlose Seiten quälen zu müssen, bis es wieder fesselnd wird, denn immer wieder findet oben genannter Song, Sixteen Moons, seinen Platz in der Geschichte, schürt die Neugier und entfacht Spekulationen.

Fazit
"Sixteen Moons" ist es ein Buch, welches viele viele neue Ideen in sich birgt, unvorhersehbar ist und den Leser berühren kann. Ein Buch voller Rätsel, Überraschungen und der harten Wahrheit, dass jede Entscheidung einen Preis hat.

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Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; arm ist nur, wer nie geträumt hat
(Marie v. Ebner-Eschenbach)


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