Urbat - Die dunkle Gabe

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Urbat - Die dunkle Gabe

Beitrag von Aiyana am So Okt 24, 2010 8:10 pm

Urbat - Die dunkle Gabe von Bree Despain


Wertung
Spannung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Handlung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Emotionen Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Sprache Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven - Like a Star @ heaven
Welt Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven - Like a Star @ heaven




Inhalt
Gemeinsam mit ihrer Schwester und ihren beiden Brüdern lebt die 16jährige Grace ein harmonisches und behütetes Leben unter dem Dach ihrer Eltern. Kunst gehört zu ihren großen Leidenschaften und so besucht sie, zusammen mit ihrer Freundin April, den Leistungskurs an ihrer Schule. Als eines Tages der ehemals beste Freund ihres Bruders Jude im Klassenraum auftaucht, kann sie es kaum fassen. Drei Jahre war Daniel verschwunden, Jahre, in denen sie versucht hat ihn zu vergessen und nun sitzt er vor ihr und macht einen verwahrlosten Eindruck. Als sie am Abend im Rahmen der Familientradition, die besagt, dass jeder beim Essen von seinem Tag berichtet, ihre Begegnung mit Daniel erwähnt, stößt sie auf Missmut. Seit seinem Verschwinden ist die Erwähnung dieses Namens ein Tabu im Haus und auch wenn Grace keine Einzelheiten darüber weiß, wieso, hielt sie sich bislang daran. Durch ihre religiöse Erziehung kann Grace jedoch nicht anders, als anderen Leuten zu helfen und so nützt auch das Versprechen gegenüber ihrem Bruder Jude, Daniel in Zukunft aus dem Weg zu gehen, nichts, um ihm nicht das zu geben, was er braucht. Mit Kleidung und Essen sucht sie ihn auf, hilft ihm dabei, seinem Traum ein Stück näher zu kommen und versucht, auch die Wogen zwischen ihm und Jude wieder zu glätten. Dafür muss sie jedoch erstmal herausfinden, was zwischen ihnen beiden vorgefallen ist und das erweist sich als schwerer als gedacht. Nicht nur, dass Jude ihr nicht sagen will, wieso er seinen ehemals besten Freund meidet und selbes von ihr verlangt, er hält Daniel auch für böse und gibt ihm die Schuld an den merkwürdigen Dingen, die in der Stadt vorgehen. So soll er zum Beispiel eine Leiche geschändet, eine Katze getötet und Grace' kleinen Bruder entführt haben. Sie kann jedoch nicht glauben, dass der Mensch, zu dem sie ein unsichtbares Band zu ziehen scheint, an diesen Taten schuld haben soll – bis sie nach einer Beichte unfassbares erfährt und selbst beginnt, zu zweifeln …


Anmerkung zum Buch
Versprechen, ein Wort, welches uns nicht selten mal zum Verhängnis werden kann und auch die Hauptcharakterin Grace sieht sich der Tücke dieses so harmlos wirkenden Wörtchens gegenüber. Unweigerlich fragt sie sich, ob Versprechen überhaupt dazu da sind, eingehalten zu werden, oder ob ihre Existenz einzig dafür gedacht ist, sie zu brechen.

Von der Ich-Erzählerin Grace durch das Buch geführt, bringt sie dem Leser das Leben einer Pastorenfamilie nahe und zeigt ihm, dass auch in der vorbildlichsten Tochter nur ein ganz normaler Teenager steckt. Hin- und hergerissen zwischen der Pflicht der Familie gegenüber und dem, was sie für richtig hält, findet sich das junge Mädchen bald inmitten eines Zwiespalts wider, auf dessen einer Seite die Werte und Regeln stehen, die sie im Laufe der Jahre von Zuhause mitbekommen hat und auf der anderen das Gefühl und der Wunsch, ihren eigenen Weg zu gehen.
In einer Geschichte, die Fantasyelemente und den christlichen Glauben miteinander vereint, ist es nicht verwunderlich, dass der Leser auch mit letzterem konfrontiert wird. So zieht sich zum Beispiel der Sinn des bekannten Bibelzitates „Bittet, so wird euch gegeben; klopfet an, so wird euch aufgetan“ durch das Buch und erinnert uns daran, dass wir nicht alleine auf dieser Welt sind und unsere Augen und Ohren nicht vor den Nöten unserer Mitmenschen verschließen sollten. Auch die Frage nach Loyalität, Gnade und nach Kraft, seinen eigenen Stolz herunterzuschlucken und zu verzeihen, zieht ihren Faden durch das Buch. Doch keine Angst vor der geballten Ladung an Botschaften und Werten, mit denen uns die Autorin Bree Despain hier, mit der Unterstützung der Religion, konfrontiert, denn das geschieht keinesfalls plump, oder aufdringlich, sondern vielmehr im wohldosiertem Maße, was durch die Tatsache, dass Grace die Tochter eines Pastors ist, authentisch und beinahe wie nebenbei erwähnt wirkt.

„(Zitat: Seite 215) In lehnte meinen Kopf gegen seine Brust und war erstaunt, dass ich sein Herz durch die dicke Jacke schlagen hörte. Seine Atemzüge waren tief und gleichmäßig, doch sein Herzschlag war irgendwie rätselhaft. Zu schnell, und doch gleichzeitig zu langsam, fast so, als schlügen zwei Herzen in seinem Inneren.“

Mit ihrem leichten, angenehmen Schreibstil, der wunderbar zu der Erzählerin passt, hat die Autorin eine Geschichte geschrieben, die von den Dämonen erzählt, die in unserem Inneren Leben, von dem unsichtbaren Band der Liebe, den Opfern, die wir täglich erbringen müssen, von dem Wert der Gnade und davon, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Unterstützung bekommt sie dabei von ihren Charakteren, die sie liebevoll und authentisch geformt hat. In erster Linie lernt der Leser natürlich die Hauptcharakterin Grace kennen, die sowohl wohlerzogen und vorbildlich ist, als auch ein normaler Teenager. Bemüht, sich an das zu halten, was von ihr erwartet wird und sich dabei der Tatsache, dass sie mit Argusaugen beobachtet wird, stets bewusst, versucht sie ihren Weg zu finden und lässt sich von ihrem Herzen leiten. Mit ihrer schüchternen und zeitweise auch impulsiven Freundin Alice setzt sich die Pastorentochter auch mit dem Thema Jungs auseinander und sorgt durch ihre authentische Art, ihren Humor und dem ständigen Versuch, Daniel gegenüber die Oberhand zu haben, für angenehmes Lesevergnügen. Neben Grace lernt man ihren männlichen Gegenpart, Daniel, am besten kennen. Dies geschieht zum einen durch Aussagen und Gesten, die die Autorin in die Geschichte eingebracht hat als auch durch Rückblenden, in denen Grace dem Leser immer wieder Geschehnisse aus ihrer Vergangenheit aufzeigt. In Daniel finden wir einen Charakter, der zerrissen, ja, sogar verloren scheint, der sich nach Liebe und Akzeptanz sehnt und dennoch daran zweifelt, dass er beides jemals bekommen wird und verdient hat. Anders als sein Gegenspieler Pete ist er nicht der nette Junge von nebenan, der von jedermann gern gesehen wird, sondern wirkt auf den ersten Blick arrogant, gleichgültig und doch weiß man bald, dass hinter der rauen Schale noch viel mehr steckt. Ein wenig schade finde ich, dass das Geheimnis um das Wesen -nein, ich sage hier nicht, um welches es sich handelt-, welches in Daniel lebt, ihn beeinflusst und das er so stark versucht zu verbergen, so schnell gelöst wurde - hier hätte ich mir gewünscht, die Autorin hätte ein paar mehr Geheimnisse darum gesponnen und den aufmerksamen Leser nicht schon so früh mit der Nase darauf gestoßen. Doch auch, wenn dieses Rätsel relativ bald gelöst war, wurde das Buch nicht langweilig, denn ungeklärte Fragen und die ein oder andere Überraschung gab es bis fast zum Schluss genug und besonders die Frage danach, wie dieses Fantasyelement mit dem Glauben vereinbart wird fand ich hier interessant und hat mich für das frühe Aufdecken des Geheimnisses entschädigt.
Besonders gefallen hat mir der Charakter Don Mooney. Er ist ein wenig zurückgeblieben, hat in seinem Leben nicht immer alles richtig gemacht, bei der Familie Divine Vergebung gefunden und machte es sich zum Ziel, seinen Vorfahren, die wahre Helden waren, alle Ehre zu machen – da ist einiges an Ärger vorprogrammiert. Doch auch der Pastor selbst, der die gute Seele der Gemeinde ist und sein Sohn Jude, der in seiner Arbeit für die Hilfsbedürftigen völlig aufgeht und mit Fortschreiten der Geschichte erkennen muss, dass ihn nicht nur diese eine Seite ausmacht, haben einen positiven Eindruck hinterlassen.


Fazit
„Urbat.Die dunkle Gabe" ist, trotz kleiner Schwächen, ein gelungenes Debüt einer Autorin, die hier oft gelesene Handlungsstränge durch neue Ideen zu einem Buch mit Wiedererkennungswert macht. Platz nach oben hat sie nach diesem ersten Band noch gelassen, sodass ich auf die Fortsetzung sehr gespannt bin.

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Re: Urbat - Die dunkle Gabe

Beitrag von mystika am Di Apr 05, 2011 9:55 pm



Meine Meinung:
Die Inhaltsangabe fasst im Grunde das Wichtigste zusammen.
Grace, Teenager und Tochter eines Pastors, geht zur Highschool und ist ein ganz normales Mädchen. Als Daniel, Freund der Familie und früherer bester Kumpel ihres älteren Bruders Jude, plötzlich wieder auftaucht.
Während ihr Bruder Daniel aus dem Weg geht, fühlt Grace sich immer mehr zu ihm hingezogen. Und auch ihr Vater scheint ihn als verlorenen Sohn wieder aufzunehmen.
doch als sie erfährt, was in der Nacht geschah, an dem Jude halb tot aufgefunden wurde und daraufhin Daniel spurlos verschwand, ist sie sich ihrer Gefühle für ihren Kindheitsfreund nicht mehr so sicher. Dazu geschehen plötzlich mehrere seltsame Dinge kurz hintereinander, kaum dass Daniel wieder in der Stadt ist, was dazu führt, dass sich Grace Spekulationen hingibt und Überlegungen nachgeht, die selbst für sie sehr irreal sind.
Aber alles scheint mit ihrem mysteriösen Freund aus Kindertagen zusammenzuhängen und dann verschwindet plötzlich ihr kleiner Bruder James ....

Die Geschichte wurde sehr einfach geschildert, was für ein Jugendbuch in meinen Augen eine wichtige Rolle spielt. Doch trotzdem hatte die Autorin es durch ihre Art zu schreiben geschafft, dem Roman das gewisse Etwas zu geben, sodass die Geschichte auf mich sehr geheimnisvoll wirkte. Durch den mystischen Touch, der immer mehr ans Tageslicht kam, je weiter ich in die Handlung eintauchte, ist das Buch meiner Meinung nach auch für Erwachsene toll zu lesen.

Religion spielte eine große Rolle, was nicht nur damit zusammenhing, dass es sich um eine Pastorenfamilie handelte, sondern dass auch die Taten von Grace' Vater und sein Verhalten teilweise sehr christlich dargestellt wurden. Er lebte den Glauben an Gott seinen Kindern vor und das fand ich sehr schön. Die Autorin gab mir das hervorragend zu verstehen.
Neben dem Glaubensleben wurde auch die Kunst immer wieder etwas hervorgehoben, da Grace und Daniel oft im Kunstunterricht anzutreffen waren und Daniel sich beim Zeichnen und Malen ausleben konnte.

Während mir Grace' Vater immer sympathischer wurde, blieb mir ihre Mutter durch das gesamte Buch hindurch etwas suspekt. Daran war vermutlich unter anderem ihr Perfektionismus schuld.
Und der Pastor war auch derjenige, der Daniel in seiner Situation half und Grace bewusst machte, dass nur sie allein ihrem Freund wirklich helfen kann. Als ihr das klar wurde, bedeutete dies, dass sie sich selbst opfern muss ...

Bei einzelnen Themen, meist wenn es um Daniels Vergangenheit ging, wurde die Handlung immer wieder durch Grace Gedanken unterbrochen, die in diese Zeit drifteten.
Auch fand ich schön, wie die Autorin es schaffte, die Verbindung zwischen Grace und Daniel mit einem unsichtbaren aber spürbaren Band darzustellen. Wenn sie sich nahe waren, konnte ich dieses Band förmlich spüren. Wirklich toll beschrieben.
Die Autorin schaffte es auch exzellent den Bogen zwischen Spannung und wissenswerten Details immer aufrechtzuerhalten.

Die Kapitel waren in Abschnitte unterteilt, die meist nach einer Tageszeit benannt wurden.
Alle wichtigen Figuren wurden ausreichend beschrieben, sodass ich mir gut ein Bild von jedem einzelnen machen konnte. Wobei natürlich Daniel, Grace und ihr Vater besonders charakterstark dargestellt wurden.
Auch die verschiedenen Situationen wurden gefühlvoll und einfühlsam erzählt. Die Autorin hat ein sehr gutes Händchen dafür.

Wer mehr Informationen über diesen tollen Roman und die Autorin Bree Despain erfahren möchte, kann dies unter http://www.urbat-dasbuch.de/ tun.

Fazit:
Ein wahrhaft schöner Roman mit einem mystischen Touch.
Ich freue mich schon auf den Nachfolger und mache dieses Werk zu meinem Monatshighlight im März 2011!


Urbat-Reihe:
1. Die dunkle Gabe
2. The Lost Saint (noch nicht übersetzt)

© 4.4.2010 Tikvas Schmökerkiste
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