Puerta Oscura: Totenreise | David Lozano Garbala

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Puerta Oscura: Totenreise | David Lozano Garbala

Beitrag von Shiku am Di Okt 05, 2010 1:17 pm

Puerta Oscura: Totenreise
David Lozano Garbala


Spannung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Handlung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Emotionen Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Sprache Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Welt Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven


Inhalt
Pascal, Dominique und Michelle sind sehr gute Freunde, doch inzwischen will Pascal mehr von Michelle und wartet sehnsüchtig auf ihre Antwort; so lässt er sich auch breitschlagen, zu einer Halloween-Party bei Jules zu gehen. Er weiß noch nicht, dass er dort die Puerta Obscura finden und ab sofort der „Wanderer“ sein wird – derjenige, der zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten umherwandern kann. Doch so, wie er das Zwischenreich betreten kann, so gelingt es einem dunklen Wesen, die Finsternis zu verlassen. Als kurz darauf schreckliche Morde in Paris geschehen, ist klar, dass etwas unternommen werden muss. Erst recht, als Michelle entführt wird. Nun ist es an Pascal, in das Zwischenreich zurückzukehren und Michelle in die Kreise der Hölle zu folgen. Wenn er aber mehr als sieben Tage braucht, muss er in der Zwischenwelt verweilen, unfähig, wieder zu den Lebenden zurückzukehren. Auch wenn er zu weit in die Finsternis vordringt, gibt es kein Zurück mehr. Und außerhalb haben Pascals Freunde allerhand zu tun, die Pforte vor der Zerstörung zu bewahren – denn sie ist der einzige Weg.

Meine Meinung
Neben der tollen Gestaltung reizte mich auch die Grundidee sehr, weswegen ich mich auch sehr auf das Buch freute. Tatsächlich war die beschriebene Zwischenwelt wirklich sehr schön – nicht, dass man selbst dorthin will, aber man konnte die Bewegungslosigkeit, die Leblosigkeit regelrecht spüren. Die triste, dunkle Beschreibung passte einfach und überzeugt in jeder Hinsicht.
Hinzu kommt, dass es im Buch immer mal nette Denkanstöße gibt; Sachen über die man vielleicht schon mal nachgedacht hat oder auch nicht, und die auch einen zweiten Gedanken wert sind. Um ein Beispiel zu nennen: „Man konnte niemanden verurteilen, der nicht frei war.“ (Seite 510)
Ganz groß geschrieben wurde jedoch der Aspekt der Verantwortung, der zwar meist ein wenig unglücklich angeschnitten wurde, aber trotzdem wichtig ist. Verantwortung zu übernehmen ist notwendig – nur ist sich nicht jeder dessen bewusst und gerade das in einem Jugendbuch anzusprechen und an die Vernunft zu appellieren, ist eine schöne Weise, denke ich.
Und trotzdem gibt’s nicht allzu viele Punkte; so schön das alles auch ist – der Schreibstil an sich ist sehr gehackt und gewöhnungsbedürftig. Hinzu kommt eine eher schlauchende Handlung. Es entwickeln sich nach und nach drei Handlungsstränge: Michelle, die verschleppt wird; Pascal, der Michelle sucht und Pascals Freunde, die die Pforte schützen wollen. Doch während zwei Handlungsstränge zusammenlaufen, klingt der dritte schon längst aus, kommt zum Ende und „zieht“ das Ganze sogesehen runter. Es harmoniert nicht wirklich, wenn man an einer Stelle schon sozusagen abschalten kann und dann aber an anderer Stelle wieder online sein muss – zumal diese Sprünge von Strang zu Strang sehr oft kommen. Kaum hat man sich in eine Situation eingefunden, springt der Text wieder zu einem anderen Ort und man darf sich wieder umorientieren.
Dass die Geschichte auch an sich Längen hat und kaum einen richtigen Spannungspunkt bietet, verbesser das Ganze nicht wirklich.
Einige der eingebundenen Ideen sind auch schlichtweg banal – so die Wesensart des Flüchtlings aus der Zwischenwelt oder auch Umstände um Jack The Ripper. (Der wird momentan ohnehin gern eingebunden?)
Durch den allwissenden Erzähler – und den sprunghaften Stil – ist es auch ein wenig unmöglich, jemals einen näheren Blick auf die Charaktere zu erhaschen. Sie bleiben gezeichnet, ein wenig flach, auch wenn der Ansatz von mehr da ist.
Ein letztes Manko ist einfach, dass alles klappt. Nicht komplett reibungslos, aber es gibt selten Rückschläge, die man beinahe erhofft hat; um nicht zu sagen – gar keine. Alles funktioniert nach Plan und nimmt letztlich auch die Spannung, da so gut wie klar ist, dass das, was sie sich vornehmen, auch hinhaut. Schade.
einer Fortsetzung stehe ich eher skeptisch gegenüber. Denn die wird es wohl geben; zum einen ist das Buch als Teil 1 aufgeführt, zum anderen ist das Ende dermaßen offen, dass es gar nicht anders geht. Der Schluss der zusammengeführten Handlungsstränge wird ausgelassen, auch wenn man ahnen kann, wie es weitergeht. Andere Dinge bleiben jedoch ungelöst beziehungsweise bieten Ansätze für einen neuen Roman.

Fazit
Das Buch ist bedingt lesenswert, aber es wäre definitiv mehr zu holen gewesen. Knapp 600 Seiten sind einfach zu viel für die (Nicht-)Fülle an Geschehnissen und Wendungen. Es bleibt aber zu hoffen, dass der nächste Band entweder kompakter ist oder besser gefüllt wird.
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Shiku
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