[Madison Avery] Totgeküsste leben länger

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[Madison Avery] Totgeküsste leben länger

Beitrag von Aiyana am Sa Aug 14, 2010 9:08 pm

Madison Avery - Totgeküsste leben länger von Kim Harrison


Wertung
Spannung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Handlung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Emotionen Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Sprache Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Welt Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven





Inhalt
Ihr 17. Geburtstag wurde Madison zum Verhängnis und bescherte ihr den frühen Tod. Heute noch ist sie 16, die neue an ihrer Highschool und ein absoluter Außenseiter. Mad Madison, so wird das junge Mädchen mit den lila Haaren, der etwas anderen Kleiderkombination und den Totenkopfschuhen genannt. Damit sie nicht alleine zum Abschlussball gehen muss, verkuppelt ihr Vater Madison mit dem Sohn eines Freundes. Dumm nur, dass das ausgerechnet in mitten der Festlichkeiten ans Licht kommt, denn als sie davon erfährt, ist Madison so sauer, dass sie ihr Date Josh schnurstracks sitzenlässt.
Gemeinsam mit dem äußerst gutaussehenden Kairos versucht sie nun das Beste aus dem Abend zu machen und nachdem er sie küsst, lässt Madison sich sogar von ihm nach Hause fahren. Als Kairos sein schickes Auto dann in einen Graben lenkt, nimmt der Abend eine Wendung, wie sie sich Madison in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt hat. Als sie nach den Überschlägen des Wagens noch am Leben ist, scheint das Mädchen nochmal Glück gehabt zu haben, doch plötzlich taucht ein Schwert in ihrem Blickfeld auf. Eben noch der gutaussehende Küsser durchbohrt Kairos nun Madisons Herz mit dem Schwert und vollendet damit das, was ihm durch den Unfall nicht gelungen ist. Als sie später im Leichenschauhaus aufwacht, kann sie es kaum fassen – sie ist tot. Und das an ihrem 17. Geburtstag! Doch wer glaubt, dass sie nun ihre wohlverdiente Ruhe hat, der hat weit gefehlt, denn Kairos fehlt noch etwas und das ist ihre Seele. In einem Impuls greift Madison nach dem Amulett, das Kairos trägt und bekommt dadurch überraschend eine Art Scheinkörper, mit dem sie weiterhin auf Erden wandeln kann. Nur leider bleibt diese Aktion nicht folgenlos, denn Kairos, welcher der schwarze Zeitwächter ist, will immer noch ihre Seele und sein Amulett gibt er auch nicht einfach kampflos auf, denn in ihm steckt all seine Macht. Neben ihrem alten Leben als Teenager und Tochter muss sich Madison nun also auch damit auseinandersetzen, dass Kairos ihr nicht nur einmal, sondern gleich zweimal an den Kragen will. Zum Glück wird ihr Barnabas, ein weißer Todesengel, zur Seite gestellt, mit dessen Hilfe Madison lernen soll, ihr Leben als lebende Tote zu meistern und nebenbei auch den Gefahren der übernatürlichen Welt zu entkommen. Blöd ist nur, dass Madison nicht gerade talentiert ist, was die Arbeit mit dem Amulett und dem weißen Todesengel angeht und so ist es nicht verwunderlich, dass die schwarzen Todesengel bald auf sie aufmerksam werden ...


Anmerkung zum Buch
Ist es Schicksal, was täglich in unserem Leben passiert, oder ist es der freie Wille, der die noch so kleinen Wendungen herbeiführt? Kann der freie Wille dem Schicksal ein Schnippchen schlagen, oder sind Schicksal und freier Wille vielleicht sogar ein und dasselbe? Und was ist mit Angst? Zeugt sie von Schwäche und Unvollkommenheit, oder ist unsere Furcht vielmehr ein Geschenk? Mit diesen Fragen konfrontiert die Autorin Kim Harrison die Leser im Auftakt ihrer neuen Reihe „Madison Avery – Totgeküsste leben länger“.

In der Ich-Perspektive führt uns die Titelheldin durch das Buch, erzählt uns ihre Geschichte und ruft Fragen in uns hervor, die sich dann und wann wahrscheinlich jeder schon einmal gestellt hat. Zu Beginn wirkt einiges ein wenig verwirrend, da wir zu einem Zeitpunkt in die Erzählung einsteigen, an dem Madison sich bereits mit dem Gedanken auseinandersetzen konnte, dass sie Tod ist und an dem sie schon über vieles, was sich in der übernatürlichen Welt abspielt, bescheid weiß. Somit wird der Leser zu einem Quereinsteiger, dem sich erst nach und nach der Ablauf der vorangegangenen Ereignisse erschließt und der sich in einer Welt voller schwarzer und weißer Todesengel, schwarzer und weißer Zeitwächter, Schwarzflügeln, Cherubim und Seraphim erst einmal recht ahnungslos vorkommt, bevor er sich bei all den Begriffen zurechtfindet.
Dieser leicht konfuse Einstieg in Madisons Welt wird dem Leser durch den flüssigen und lockeren Schreibstil der Autoren erleichtert, der sich vorwiegend aus kürzeren und mittellangen Sätzen zusammensetzt.

Trotz der Ich-Perspektive ist Madison ein Charakter, bei dem der Funke anfangs nicht so recht überspringen wollte. Obgleich sie eigenwillig wie auch impulsiv ist, scheint ihr zunächst das gewisse Etwas zu fehlen, welches sie interessant macht und nicht zu einem Charakter werden lässt, welcher flach durch das Buch hindurch siecht. Dank ihrer amüsanten Gedankenstränge, die auf mich wie eine Pforte zu Madisons Kern wirkten und in denen sich ihr Humor widerspiegelt, gelang es jedoch bald, das Mädchen mit den lila Haaren und den Totenkopfschuhen ins Herz zu schließen. Als scheinbar normaler Teenager mit eigenem Stil muss sie sich gegen die coolen Kids aus der Schule behaupten, gemeinsam mit einem übervorsorglichen Vater unter einem Dach leben und ganz nebenbei auch noch versuchen, nicht nur ihre Seele zu retten und ihren Körper wiederzubeschaffen, sondern auch ihren Freund Josh vor den Schwarzflügeln abzuschotten – ist es da verwunderlich, dass Madisons Augen in Gedanken einmal ein Tänzchen im Kreis vollführen und die Stimme in ihrem Kopf eine lockere Zunge hat?
Barnabas, der weiße Todesengel, der Madison zur Seite gestellt wurde, bleibt das gesamte Buch ein wenig rätselhaft. Er wirkt sympathisch und ist durchaus humorvoll, doch erfährt man in der gesamten Geschichte nicht viel von ihm. Genauso ist es bei Nakita, dem schwarzen Todesengel, der Fall – sie hat ebenso wie Barnabas ihre unverwechselbare Art, Humor und während man ein kleines bisschen mehr über sie erfährt, als über ihren weißen Gegenspieler bleibt auch sie zu einem Großteil rätselhaft.
Sehr gefallen hat mir der Schutzengel G.R.A.C.E.S. eins-sieben-sechs der Garde für Rettung, Abteilung Cherubim-Einsatzstaffel, genannt Grace. Sie hat es mit Madison und dem dazugehörigen Dickkopf nicht leicht, hat ihren Spaß daran, hübschen Zicken eins auf die Nase zu geben und verwandelt alles Mögliche, was in ihrem Kopf rumschwirrt, in lustige Limericks.


Fazit
Mit „Madison Avery – Totgeküsste leben länger“ ist Kim Harrison ein vielversprechender Auftakt einer neuen Reihe gelungen, der noch viel Potenzial nach oben hin bietet. Mit typischen Teenagerproblemen, Witz und einer guten Portion Übernatürlichem ist dieses Buch nicht nur ein Lesevergnügen für die kalten Tage.

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