[City of Angels 01] Engelsbrut

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[City of Angels 01] Engelsbrut

Beitrag von Aiyana am Di Jul 06, 2010 11:19 pm

City of Angels - Engelsbrut von Andrea Gunschera


Wertung
Spannung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Handlung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Emotionen Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Sprache Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Welt Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven

Inhalt
Eve Hess ist Reporterin und immer auf den Spuren einer neuen Story. Dabei ist ihr kein Weg zu schmutzig, keine Situation zu gefährlich und auch die Polizei kann sie nicht davon abhalten, ihr Ziel zu erreichen.
Als Los Angeles von einer brutalen Mordserie erschüttert wird, die jede Nacht zwei Opfer fordert, wittert Eve ihre Chance auf eine gute Story und ahnt dabei nicht, in was sie hineingerät. Während sie am Tatort darum bemüht ist, alles mit ihrer Kamera festzuhalten, kreuzt ihr Ex, Detective Mark Johnson, ihren Weg und der Schmerz, den ihre Trennung bei ihr ausgelöst hatte, bahnt sich erneut seinen Weg in ihr an die Oberfläche. Mühsam findet sie ihre Kontrolle wieder und befolgt widerstrebend Marks Anweisungen, heimzukehren und die Ermittlungen nicht zu behindern.
Daheim angekommen schaltet sie ihren Laptop an und will sich an die Arbeit setzen, als ihr Blick zu einem beleuchteten Fenster im gegenüberliegendem Wohnhaus gleitet. Als sei sie ein Magnet fühlt sie sich von dem Umriss hinter der Scheibe angezogen und im Stillen fragt sie sich, ob er von ihr wusste.
Da sie keine Festanstellung hat, sondern als freie Reporterin tätig ist und sich ihr Artikel über die Mordserie noch in Bearbeitung befindet, nimmt Eve ergeben einen Auftrag an, den ihr Agent ihr besorgt hat. Sie soll einen Künstler interviewen und über dessen Vernissage berichten – nicht gerade das, was sie sich unter einem guten Job vorstellt. Während sie keinen Schimmer von Kunst hat, betrachtet sie die Bilder des Malers Alan Glaser und versucht im Gespräch mit ihm ihre Ahnungslosigkeit zu verbergen. Die Chemie zwischen den Beiden scheint vom ersten Moment an zu stimmen, als ein schriller Schrei ihre Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Die Sensationsreporterin erwacht in ihr zum Leben und so macht sie sich auf die Suche nach dem Ursprung, welcher auch schnell gefunden ist. Ganz in ihrem Element widmet sich Eve dem Ort des Geschehens und profitiert dabei ohne Frage von der Tatsache, dass sie vor der Polizei dort angekommen ist.
Daheim nimmt sie ihre neusten Bilder genauer unter die Lupe und entdeckt eine erste heiße Spur von der sie hofft, sie würde Eve zum Täter führen. Wie von selbst schweift ihr Blick, wie schon an vielen Abende zuvor, zum Fenster im gegenüberliegenden Gebäude, wo sie Ungewöhnliches beobachtet. Beunruhigt greift sie nach ihrer Waffe und macht sich auf den Weg hinüber, um sicherzugehen, dass es ihrem geheimnisvollen Umrissnachbarn gut geht. In seiner Wohnung angekommen entdeckt sie eine Blutspur, die sie aufs Dach hinauf führt. Das Bild, welches sich ihr bietet, lässt Eve für einen Moment erstarren, als sie mitansieht, wie zwei Männer mit scharfen Klingen im Begriff sind, einen dritten Mann zu töten. Nicht ahnend, dass sie mit ihrem Handeln ihr eigenes Leben gefährdet und mitten in eine Welt der Legenden gerät, feuert sie ihre Waffe ab..

Anmerkung zum Buch
Mit „Engelsbrut“ beginnt die Autorin Andrea Gunschera eine neue Serie, die auf den Namen „City of Angels“ hört. Die Geschichte ist in der dritten Person geschrieben und wenngleich Eve und Adam die Hauptcharaktere sind, begleitet der Leser neben ihnen auch einige der Nebencharaktere auf ihrem Weg durch die Handlung.

Durch detaillierte Beschreibungen der einzelnen Orte wird der Leser nach Los Angeles entführt, wo er von der ersten Seite an mitten ins Geschehen geschmissen wird. Die Geschichte, die die Autorin in „Engelsbrut“ erzählt, ist eine Mischung aus Thriller und Phantastik, eine Reise durch Spannung, Liebe, Legenden und biblischem Glauben. Wer nun jedoch denkt, mit Religion überschüttet zu werden, liegt falsch, denn dieser Aspekt der Geschichte steht zu keiner Zeit im Vordergrund, sondern findet nur dort Erwähnung, wo es für das Verständnis der Handlung bzw der Legenden erforderlich ist.

Die Schattenläufer, wie sie im Buch genannt werden, sind Kinder, die aus der Verbindung von gefallenen Engeln und Menschenfrauen entstanden sind. Durch ihr besonderes Blut sind sie nahezu unsterblich und so ist es nicht verwunderlich, dass wir Charakteren begegnen, die bereits vor hunderten von Jahren gelebt haben. Anders als es in vielen Werken über gefallene Engel der Fall ist, werden die Nephilim in „Engelsbrut“ nicht als perfekt und unfehlbar dargestellt - viele von ihnen verfallen dem menschlichen Blut, welches auf sie so berauschend wie eine Droge wirkt.

In diesem Buch gibt es keinen einzelnen Handlungsstrang, sondern gleich mehrere, die zu Beginn für eine Menge Rätsel sorgen und schließlich nach und nach perfekt zusammenlaufen. Die Autorin hat es gut verstanden, den Leser nicht mit Informationen über die von ihr erfundene Welt zu überladen, sondern weiß diese wohl zu dosieren. So erfährt man hier einen Teil durch Gedanken, dort einen anderen Teil durch Taten oder Dialoge und gerade das ist ein Punkt, der mir sehr gut gefallen hat, der das Lesen so spannend und angenehm gemacht hat.

Was die Charaktere betrifft hat Andrea Gunschera ausgezeichnete Arbeit geleistet. Ob Haupt- oder Nebencharakter – niemand von ihnen wirkt vernachlässigt, blass oder gar uninteressant. Eve beispielsweise strotzt vor Neugier, die durch ihren Beruf regelrecht geschürt wird. Sie ist gutherzig, hat eine Vergangenheit, die sie geprägt hat und der Zwiespalt von logischen Erklärungen, bis hin zur Akzeptanz des für sie Unerklärlichen, in den sie auf Grund der Ereignisse hineingesogen wurde, wurde von der Autorin so glaubwürdig wiedergegeben, dass man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, irgendetwas sei gestellt, oder an den Haaren herbeigezogen.
Auch Adam wurde von seiner Vergangenheit geprägt, aber anders als Eve bleibt er für den Leser zuerst ein kleines Rätsel. Erst nach und nach erfahren wir durch leise Andeutungen und Gedanken mehr über ihn. Der Nebencharakter Kain ähnelt Adam in diesem Punkt. Lange Zeit verbindet der Leser mit seiner Rolle in der Geschichte Fragezeichen, weil nicht direkt deutlich wird, auf welcher Seite er spielt. Gerade das macht ihn jedoch so interessant. Seine Entscheidungen und Handlungen sind nicht vorhersehbar und mit jeder Information, die der Leser über ihn bekommt, wird die Neugier weiter angeheizt.
Während die Mordserie, die Geschichte um die Schattenläufer und die Legende durchgehend für Spannung sorgen, lockert Eves schwuler Nachbar Felipe immer wieder die Situationen auf und zaubert ein Schmunzeln auf die Gesichter der Leser.

Wenngleich das Rätsel um die Morde das gesamte Buch über im Vordergrund steht, kommt die Romanze in der Geschichte nicht zu kurz. Andrea Gunschera hat ein gutes Maß gefunden, Gefühle und Zärtlichkeiten einzubauen, die gelegentlich von niveauvollen Sexszenen abgerundet werden.

Durch die verschiedenen Handlungsstränge wurden im Laufe der Story eine Menge Fragen in den Raum geworfen, die die Autorin zum Ende hin absolut schlüssig aufgeklärt hat. Das ist auch durchaus nötig gewesen, denn wenngleich „Engelsbrut“ der erste Teil einer Serie ist, ist das Buch in sich abgeschlossen. Einziger Wermutstropfen ist, dass sich ganz zum Schluss zwei neue Fragen ihren Weg in die Köpfe der Leser bahnen und man das Buch somit mit einem Cliffhanger beendet. Wenn ich nicht ohnehin bereits wahnsinnig gespannt auf den zweiten Band der Serie wäre, wäre ich es auf Grund dieses Cliffhangers und ich für meinen Teil hoffe inständig, dass die Autorin diesen Faden auf irgendeine Art und Weise noch einmal aufnimmt und damit meine Neugier befriedigt.


Fazit
Engelsbrut ist für mich die perfekte Mischung aus Spannung, Liebe und Phantastik und ein grandioser Auftakt einer Serie, die Lust auf mehr macht. Wer etwas für Phantastik-Literatur, Spannung, Rätsel und Herzensangelegenheiten übrig hat, der wird in „Engelsbrut“ genau das Richtige für sich finden!

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(Marie v. Ebner-Eschenbach)


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