Sayuri

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Sayuri

Beitrag von Aiyana am Mo Mai 03, 2010 1:03 am

Sayuri von Carina Bargmann


Wertung
Spannung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Handlung Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Emotionen Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven - Like a Star @ heaven
Sprache Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
Welt Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven



Inhalt
Die Kaiserstadt ist in verschiedene Viertel aufgeteilt, Wohlstand und Armut sind klar getrennt. Am äußersten Rand, durch Mauern abgeschottet, befindet sich das Wohngebiet der Taller, die das arme Volk der Stadt bilden. Bescheiden leben sie in ihren Behausungen, gehen schlecht bezahlten Arbeiten nach und fügen sich dem Gesetz des Kaisers, bzw denen seines Bruders, denn der Kaiser selbst wurde schon lange nicht mehr gesehen und es geht das Gerücht umher, dass er krank sei.
Der Shanu, der Fluss der sich seinen Weg durch die Stadt bahnt, ist die Wasserquelle der Stadtbewohner. Genährt wird er durch die magische Quelle, die sich in den Palastmauern befindet und die vom Kaiser selbst am Leben gehalten wird. Als jedoch der Wasserspiegel des Flusses sinkt, sind die Taller die Ersten, die die Folgen zu spüren bekommen: die Wasserversorgung zu ihrem Viertel wird gekappt. Nicht akzeptierend, dass sie einfach so verdursten sollen, brechen Marje und Milan in eine Zinade ein, öffnen die Schleusen wieder und können gerade noch in letzter Minute vor den Wachen flüchten.
Marje jedoch, die sich von Milan trennt, damit sie beide bessere Entkommenschancen haben, läuft auf ihrem Weg zurück ins Tallerviertel direkt einem Soldaten der Stadtwache in die Arme. Als dieser sie festhält und keine Anstalten macht, sie gehen zu lassen, zückt Marje ihren Dolch, verletzt den jungen Soldaten an der Seite und nutzt die kurze Ablenkung um zu entkommen.
Am nächsten Abend versammeln sich die Bewohner der Kaiserstadt, um den Beginn von Lauryns Frühling zu feiern. Traditionsgemäß begibt sich der Kaiserbruder auf einem Schiff über den Shanu durch die Stadt, hält an jedem Viertel und spricht ein paar Worte zu den Bürgern. Dieses Mal jedoch verkündet er schlechte Nachrichten: laut einer alten Prophezeiung sind alle 16jährigen der Stadt daran schuld, dass der Wasserspiegel des Shanus sinkt und so werden all jene die Stadt verlassen müssen. Die Bürger sind fassungslos und versuchen sich dagegen zu wehren, doch die Soldaten sind erbarmungslos, nehmen jeden 16jährigen mit den sie finden können, brandmarken ihn und schicken ihn hilflos in die weite Wüste, die die Stadt umgibt. Auch Marje und ihre stumme Freundin Sayuri sind davon betroffen und bevor sie als Verbannte gekennzeichnet werden können, machen sie sich freiwillig auf den Weg in die Wüste. Dort treffen sie auf Kiyoshi, den Neffen des Kaisers, und erfahren von ihm, dass anscheinend gar nicht von allen 16jährigen Gefahr droht, sondern nur von einem einzigen. Diese Neuigkeit wirft jedoch mehr Fragen auf, als sie Antwort gibt und so scheint ihre einzige Hoffnung die Quelle des Wissens zu sein, von der ihnen erzählt wurde, als sie noch Kinder waren – doch ob diese wirklich existiert?
Auf ihrem Weg durch die Wüste und dem Ziel der Antworten immer näher kommend, machen die 3 bald Bekanntschaft mit den Söldnern, die nichts Gutes im Sinn haben. Aber auch Wiljars, Zentauren und Essjiar kreuzen ihren Weg und schnell müssen sich die Freunde den Gesetzen der Wüste anpassen, wenn sie überleben und das Rätsel lösen wollen. Zu allem Überfluss wird Sayuri unerklärlicherweise von Tag zu Tag schwächer und der Lebensfunke scheint sie allmählich zu verlassen..

Anmerkung zum Buch
Sayuri ist das Debüt der damals erst 17jährigen deutschen Autorin Carina Bargmann. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und man findet schnell seinen Rhythmus. Hier und da hatte ich jedoch das Gefühl, dass die Schreibfeder ganz kurz nicht so leicht über das Papier gleiten wollte, wie im Rest des Buches, aber das waren nur kleine Augenblicke, die der Qualität dieser Geschichte nicht schaden.
Auf 515 Seiten wird der Lesen in eine Welt entführt, die leicht an das ferne Japan erinnert und von mehreren Charakteren geschildert wird. So erlebt man die Ereignisse und Abenteuer nicht nur aus der Sicht einer einzelnen Person, sondern sowohl Marje als auch Prinz Kiyoshi, Sayuri, Suieen und der Kaiserbruder Miro führen den Leser durch die neue Welt. Auf dem ersten Blick mögen das vielleicht viele verschiedene Sichten sein und man könnte befürchten, dass dieser ständige Wechsel etwas verwirrend für den Leser ist – doch dem ist nicht so. Während der Geschichte befinden sich die Charaktere nicht immer zeitgleich am selben Ort und so ist es für den Leser interessant und notwendig zu erfahren, was anderenorts vor sich geht. Auch die Tatsache, dass man auf diese Art die Personen hinter den Namen besser kennenlernt, ist nicht von der Hand zu weisen. So war es zum Beispiel toll zu lesen, was in der stummen Sayuri vor sich geht; was Kiyoschis Gedanken in seinem Kopf veranstalten, jetzt, wo doch alles anders scheint, als er glaubte; wie Marje mit ihrer Trauer umgeht und die Barriere in ihrem Inneren langsam zerbricht; wie das Halbblut Suieen mit der Situation umgeht, hin- und hergerissen zu sein zwischen dem, was er braucht und dem, was er will und natürlich auch Miro, der uns hier und da einen Einblick in die Geheimnisse des Kaiserhauses gibt, machen es möglich, dass die Charaktere nicht nur als oberflächliche Gestalten durch die Geschichte irren, sondern dass der Leser sie auch kennenlernt und sich ein Bild über sie bilden kann.
Sayuri ist eine Geschichte, die einen klaren Ablauf hat. Direkt auf den ersten Seiten wird dem Leser das erste Puzzleteil vor die Nase gehalten und so direkt dazu gebracht, hochkonzentriert weiterzulesen, da man auf gar keinen Fall irgendwas wichtiges verpassen möchte. Doch auch die sympathische Sayuri, die sich ihrer Umwelt nur mit Gesten mitteilen kann und die die Welt um sich herum immer mit neugierigen Augen betrachtet, wirft einige Fragen auf und heizt die Neugierde beim Leser an.
In drei Teilen ziehen Sayuri und ihre Freunde den Leser in ihren Bann und zeigen ihm ihre Welt. Im ersten Teil lernt man die Kaiserstadt mit all ihrer Schönheit und ihren Problemen kennen. Ganz zu Beginn fühlte ich mich hier ein wenig von der Namensvielfalt erschlagen, da einige Charaktere nur nebenbei erwähnt wurden. Dies allerdings änderte sich schnell, nachdem jeder von ihnen seine kleine Einführung bekommen hatte und ich fortan wusste, wo ich sie hinzustecken hatte. Vielleicht hätte die Autorin Milan, Thar und Shoan etwas mehr Aufmerksamkeit schenken und intensiver auf sie eingehen können, doch für die Geschichte ist das nicht ausschlaggebend.
Teil 2 des Buches spielt in der Wüste, wo unsere drei Freunde bald großen Gefahren gegenüberstehen. Hier lernen wir die Söldner, Zentauren, Wiljar, Greifen, Essjiar und auch ein Halbblut kennen. Die Vielfalt der Wesen ist enorm und doch fügen sie sich perfekt in die Geschichte ein, so, dass etwas Entscheidendes fehlen würde, wenn nur einer von ihnen nicht mit dabei wäre. Neben all den Abenteuern und schwierigen Situationen, die sie meistern müssen, gewinnen die Charaktere im Laufe dieses zweiten Teils jedoch nicht nur neue Feinde und Freunde, sondern auch Tiefe. Man bekommt einen wunderbaren Einblick hinter ihre Fassaden, erlebt den Zwiespalt, in dem sie sich befinden, spürt ihre Ängste und Trauer, aber auch die weiteren Gefühle, die sich langsam verändern, bleiben dem Leser nicht verborgen. Besonders interessant fand ich hier die Entwicklung Sayuris, wobei ich gestehen muss, dass ich gerne etwas mehr darüber erfahren hätte, wie sie mit ihren Fähigkeiten gelernt hat umzugehen. Neben all den Ereignissen, die die Autorin sehr schön beschrieben und ausgearbeitet hat, fand ich gerade diesen Handlungsstrang etwas zu kurz geraten.
Nachdem der zweite Teil bereits spannungsgeladen war, geht es im dritten Teil auf den großen Showdown zu. Viele Geheimnisse sind bereits gelüftet, aber der entscheidende Weg ist noch nicht gegangen und die Zeit scheint eindeutig gegen die Freunde zu laufen. Am Ende finden wir uns wieder in der Kaiserstadt ein und ich gebe zu, dass mich dieser Teil am meisten berührt hat. Im Laufe des gesamten Buches sind mir die Charaktere so sehr ans Herz gewachsen, dass ich am Schluss gemeinsam mit ihnen gelitten und geweint habe.
Die Fäden, die Carina Bargmann bereits ganz am Anfang begonnen hat zu spinnen, haben sich auf den letzten Seiten wunderbar zusammengefügt und neben der Farbenpracht der Charaktere ist es ihr gut gelungen, jeden von ihnen mit seinem eigenen Gefühlspäckchen zu versehen und diese auch dem Leser glaubwürdig rüberzubringen.
Sprachlich merkt man, dass die Autorin noch sehr jung ist, jedoch ist das etwas, was den Lesespaß nicht mindert, denn Carina Bargmann hat einen Weg gefunden, auf ihre Art den Leser zu verzaubern – auch sprachlich.
An Tiefe hätte man sicherlich noch an der ein oder anderen Stelle etwas hinzufügen können, aber dieses kleine Manko verliert durch die Tatsache, dass die Charaktere sehr natürlich dargestellt und liebevoll ausgearbeitet wurden, an Gewicht.
Auch an Weisheiten fehlt es diesem Buch nicht. So wird der Leser immer wieder daran erinnert, dass man Dinge wollen muss, um sie zu meistern und das ein bloßes Hinnehmen nicht der richtige Weg ist, sondern dass das Hinterfragen der Dinge unausweichlich ist, um seinen Weg und seinen Platz im Leben zu finden.

Fazit
Trotz kleiner Schwächen handelt es sich bei Sayuri um ein durchaus gelungenes Debüt der jungen Autorin und ich bin gespannt, welche Ideen Carina Bargmann als nächstes haben wird. Sayuri wird von mir auf jeden Fall nicht zum letzten Mal gelesen worden sein und ich freue mich auf das, was noch kommen mag!
In Sayuri findet jeder ein tolles Buch, der gerne in eine andere Welt abtauchen und ein Abenteuer voller Magie, Freundschaft, Liebe, Gefahren und Geheimnissen erleben mag.

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Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; arm ist nur, wer nie geträumt hat
(Marie v. Ebner-Eschenbach)


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